Aquaponic: Fisch und Gemüse gemeinsam züchten

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Schon vor mehr als 1000 Jahren machten chinesische Reisbauern vor, was heute in Deutschland versucht wird nachzubauen. Plantagen in denen Gemüse und Fisch gemeinsam als Einheit wachsen und groß werden. Die Vorteile dieser Verbindung sind enorm. Doch noch gibt es einige Hürden zu überwinden.

Was klingt wie reine Utopie ist in Wirklichkeit schon ein sehr altes Verbindungs-Konzept zwischen Fauna und Flora. In China hielten die Bauern in ihren Reisfeldern Fische. Die sorgten für gute Lebensbedingungen für den Reis und konnten ihrerseits gut wachsen und dann als Nahrungsquelle genutzt werden. Ein Konzept des Zusammenlebens, was in Deutschland in der Umsetzung allerdings noch einige Mängel zeigt. Dabei hätte das Prinzip des so genannten Aquaponic viele Vorteile in den Städten.

Da die Bevölkerung immer mehr wächst und landwirtschaftliche Nutzflächen dementsprechend schrumpfen, braucht es für die Zukunft eine gute Verbindung von unterschiedlichen Nahrungsquellen auf kleinstem Raum, um den Bedarf weiter zu decken. Mischformen aus Fischzucht und Landwirtschaft sind hier ideal und fristen doch ein Nischendasein. Denn es ist schwierig, beides miteinander zu vereinen. Dafür muss die Verbindung nämlich sehr harmonisch sein und es braucht viel Erfahrung. Ein Grund dafür, warum viele Firmen auf diesem Gebiet bereits gescheitert sind und ihren Betrieb wieder einstellen mussten.

Eine harmonische Verbindung schaffen

Eine die es jetzt richtig machen will ist der Salz- und Düngemittelproduzent K+S aus Kassel. Hier nahm kürzlich ein erster Aquaponic-Forschungscontainer seinen Betrieb auf. Karpfen schwimmen dort, wo nebenan das Gemüse wächst und das aus folgendem Grund: Die Fische bilden gemeinsam eine Aquakultur. Das Gemüse wiederum eine Hydrokultur. Beide Kulturen nutzen denselben Nährstoffkreislauf und verbinden sich über ihn. Konkret bedeutet das, die Ausscheidungen der Fische werden durch Bakterien wieder aufbereitet und dienen dann den Pflanzen als Düngemittel.

Als Dank dafür reinigen die Pflanzen das Wasser für die Fische. Auf diese Weise braucht es weniger Frischwasser und weniger Dünger, um die gleichen Erträge zu erzielen. Ein zusätzliches Plus ist der Raum-Spareffekt für die Landwirtschaft. Doch zunächst müssen die Forscher herausfinden, wann genau eine harmonische Beziehung zwischen Fischen und Pflanzen erreicht ist, damit das Ganze funktioniert.

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