Wege gegen das Bienensterben

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Die EU-Kommission in Brüssel hat jetzt die Verwendung von drei Pflanzenschutzmittel im Freiland verboten. Damit will die Kommission das Artensterben der Bienen und Hummeln stoppen. Ob das Verbot ausreicht, stellen Umweltschutzverbände in Frage.

Für die drei Pflanzenschutzmittel Thiamethoxam, Clothianidin und Imidacloprid herrscht künftig EU-weites Freilandverbot. Sie dürfen lediglich noch in geschlossenen Räumen, überwiegend in Gewächshäusern, für die Düngung zum Einsatz kommen. Damit kommt die EU-Kommission einer Forderung von Umweltschützern nach, die entsprechenden Stoffe aus der Landwirtschaft zu verbannen, um Bienen und Hummeln zu schützen, denen die darin enthaltenen Substanzen stark zu schaffen machen. Für die Landwirte ist diese Entscheidung nur bedingt nachvollziehbar, weil ohne entsprechende Pflanzenschutzmittel auch große Teile ihrer Ernte gefährdet sind. Noch können sie ausweichen, denn es gibt Alternativen. Inwieweit die schädlich für die Bienen sind, das wurde noch nicht ausreichend untersucht.

David gegen Goliath

Ob die übrigen Pflanzenschutzmittel unbedingt gesünder für die Bienen und Hummeln sind bleibt fraglich. Ein Umstand, den Umweltschützer stark kritisieren, denn damit sei das Problem ja nicht komplett aus der Welt geschafft, bestenfalls sei es eingeschränkt worden durch die aktuelle Entscheidung. Die Frage ist, wie sich die Forderungen der Landwirte und die damit zusammenhängende wirtschaftliche Lage der Länder mit den neuen Umweltschutzbestimmungen vereinbaren lassen. Vielleicht bildet die jetzige Entscheidung eine erste Annäherung beider Seiten, eine Art vorsichtiger Kompromiss in einem Streit, klein gegen groß. Fakt ist, Bienen sind wichtig für die Lebensmittelproduktion, die Artenvielfalt und damit letztendlich auch für die Lebensmittelindustrie. Deshalb muss es oberste Priorität haben Wege zu finden, die Völker zu schützen und ihnen ausreichend Fläche zum Ansiedeln und zur Bestäubung zur Verfügung zu stellen.

Seit einigen Jahren verteilen viele Städte und Gemeinden zusätzlich so genannte Bienentütchen. Die können Gartenbesitzer und Landwirte auf freien Flächen aussähen und geben damit den Bienen einige Quadratmeter mehr Fläche zum Nektarsammeln.

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