Was kosten Lebensmittel wirklich?

Der ökologische Landbau als annähernde Lösung

Eine Studie deckt auf, was viele Verbraucher wundert: Trotz steigender Lebensmittelpreise ist das Essen aus dem Supermarktregel immer noch viel zu billig. Die tatsächlichen Kosten trägt die Allgemeinheit und die sind höher als erwartet.

Die Schweinsfurth-Stiftung hat gemeinsam mit Tollwood eine Studie zum Thema ökologische Landwirtschaft veröffentlicht die aufdeckt, wie teuer unsere Lebensmittel eigentlich wirklich sein müssten, um kostendeckend produziert werden zu können. Unter dem Titel „How much is the dish? – Was kosten unsere Lebensmittel wirklich?“ haben sich Studenten an die Frage gewagt, wie viele Unkosten es tatsächlich verursacht, biologisch und vor allem nachhaltig zu produzieren und diese Lebensmittel in den Handel zu bringen? Dabei haben sich die Studenten auf drei Hauptfaktoren beschränkt, die häufig in der Rechnung unbeachtet bleiben: Energieerzeugung, Treibhausgase und Stickstoffdünger. Die Liste an Kostenfaktoren ließe sich an dieser Stelle noch beliebig erweitern, das hätte allerdings den Rahmen der Forschungsarbeit gesprengt.

Die negative Kostenspirale rotiert

Die Ergebnisse sind niederschmetternd und regen zum Nachdenken an. So verursacht konventionell betriebene Landwirtschaft die höchsten Kosten. Für ein Kilo Fleisch müssten Verbraucher eigentlich rund 80 Prozent mehr auf dem Tisch legen, als sie es tun. Auch Milch müsste doppelt so teuer sein. Nur bei Obst und Gemüse sieht die Lage etwas besser aus. Hier würde ein Aufpreis von 8 Prozent realistisch sein, um wirklich alle versteckten Kosten decken zu können. Unterm Strich bedeutet dieses Ergebnis auch, ökologische Landwirtschaft ist deutlich billiger als bislang angenommen und bildet eine starke Konkurrenz zur herkömmlichen Landwirtschaft. Es lohnt sich also für Betriebe, ihre Produktion entsprechend umzustellen. Fleisch und Milchwaren bleiben ein Problemfeld, dem sich bislang niemand annehmen will. Ganz im Gegenteil. Diese Produkte scheinen entgegen aller Logik immer günstiger in den Regalen zu werden. Der Grund ist der, dass viele versteckte Kosten auf die Allgemeinheit verteilt sind und es so kaum auffällt, wie ineffizient die Produktion eigentlich ist. Es bleibt abzuwarten, bis sich dieser Umstand ändert und Verbraucher wirklich das zahlen, was sie bekommen.

Bildurheber: monticello / 123RF Standard-Bild

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