Wildkräuter in der heimischen Landwirtschaft

Um Ackerwildkräuter nicht völlig verschwinden zu lassen, unterstützt ein Projekt die Landwirte dabei, sich auf alte Anbaumethoden zurückzubesinnen. Ein Förderprogramm stellt entsprechende Mittel bereit, um den Landwirten bei der Umstellung ihrer Anbauflächen finanziell unter die Arme zu greifen.

Etwa 150 Landwirte beteiligen sich bereits in der Rhön an der Rückgewinnung der Ackerwildkräuter. Diese waren in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen und schon beinahe vollständig verschwunden. Mit Hilfe gezielter Maßnahmen soll deren Wachstum wieder gefördert werden.

Umstellung der Anbauflächen – ein langwieriger, aber erfolgreicher Prozess

Gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat die Untere Umweltbehörde ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das den Ackerwildkräutern wieder eine Chance geben soll. Auf verschiedenen Flächen sollen Landwirte extensiv bewirtschaften. Dabei verzichten sie auf den Anbau von Mais und Zuckerrüben, sogenannten Intensivkulturen. Aber Klee-Gras und Luzerne, die als Dauerkulturen bekannt sind, dürfen auf diesen Flächen nicht mehr angebaut werden. Viele Ackerwildkräuter sind Kaltkeimer. Deshalb sollten Landwirte, die an dem Förderprogramm teilnehmen, mindestens zweimal in fünf Jahren einen Winteranbau vornehmen. Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, Düngung und Untersaat ist ebenfalls wichtiger Bestandteil der Maßnahmen zur Rettung der Ackerwildkräuter.

Um den Kräutern genug Platz zur Verfügung zu stellen, wird auf den jeweiligen Anbauflächen in doppeltem Reihenabstand ausgesät. Natürlich reduziert sich dadurch der Ernteertrag der Landwirte. Durch das Förderprogramm erhalten sie dafür einen Ausgleich in Höhe von 420 Euro pro Hektar. Für die Landwirte gibt es aber auch Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind. Es entsteht keine Mehrarbeit. Dafür entfallen Spritzen und Düngen, sowie die Ausgaben für die Beschaffung entsprechender Mittel. Die Rückbesinnung auf die traditionelle Landwirtschaft kommt der Natur zugute.

Probleme bei der Umstellung

Nicht immer verläuft die Umstellung der Anbauflächen problemlos. Es kann durchaus passieren, dass der Ackerfuchsschwanz vermehrt auftritt. Dieser zählt zu den sogenannten Problemwildkräutern. Aber in den meisten Fällen erledigt sich dieses Problem innerhalb kurzer Zeit von selbst, nachdem sich der Nährstoffgehalt im Boden wieder normalisiert hat.

Das Förderprogramm für Landwirte hilft dabei, die bedrohten Arten zu retten. Diese müssen nicht extra ausgesät werden, denn die Saat befindet sich schon im Boden. Sie müssen nur Raum bekommen, um zu wachsen. Die Ackerwildkräuter sind wichtig für Insekten und andere Arten. Außerdem sind viele von ihnen auch für den Verzehr geeignet.

Bildurheber: paulgrecaud / 123RF Standard-Bild

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