Hoftastisch – Renaissance der Hofläden

Regionale Lebensmittel erfreuen sich größter Beliebtheit. Auch das Umweltbewusstsein spielt dabei eine wichtige Rolle. Um den nachhaltigen Bio-Einkauf zu vereinfachen, hat Nico Feil nun mit Hoftastisch eine interessante App entwickelt.

Per App zum Bio-Einkauf – tolle Idee! Mit Hoftastisch wird diese geschickt umgesetzt. Verbraucher finden hier wertvolle Informationen, um zukünftig in der näheren Umgebung noch bewusster einzukaufen.

Bewusst und nachhaltig einkaufen

Immer mehr Menschen setzen bewusst auf eine umweltfreundliche Ernährung. Sie kaufen Bio-Produkte und achten auf Herstellung und Qualität. Diese Entwicklung hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Hofläden eine kleine Renaissance erlebt haben. Nico Feil hat eine App entwickelt, die es Verbrauchern leicht macht, die besten Hofläden der Umgebung zu entdecken.

Mit Hoftastisch ist es dem Entwickler gelungen, den Zahn der Zeit zu treffen. Regionale Produkte sind gefragt, wie nie zuvor. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich ganz bewusst dafür, umweltfreundliche und nachhaltig hergestellte Produkte zu konsumieren. Auf vielen Bauernhöfen gibt es Hofläden, die verschiedene Angebote aus eigener Herstellung für ihre Kunden bereithalten. Dabei stehen saisonale Produkte wie Obst- und Gemüsesorten im Mittelpunkt. Hinzu kommen Marmeladen, Wurst aus eigener Produktion, Getränke und viele andere Nahrungsmittel.

Mit der App ist es kinderleicht, den nächsten Hofladen zu entdecken. Sie bietet eine genaue Übersicht der Hofläden der Region und hält außerdem Optionen zur individuellen Bewertung bereit.

Plattform für Verbraucher und Hofladen-Besitzer

Wer einen Hofladen besitzt, kann sich mit wenig Aufwand auf der Plattform registrieren. Um gelistet zu werden, wird ein monatlicher Betrag von 7,99 Euro fällig. Hinzu kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von 29,99 Euro. Verbraucher erhalten den Zugang kostenlos. Die App steht in den gängigen App-Stores zum kostenlosen Download bereit.

Die Plattform wird kontinuierlich erweitert. Derzeit sind 1.370 Direktvermarkter gelistet.

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Was bedeutet Keyline Design in der Landwirtschaft?

Unter dem Begriff Keyline Design fassen Umweltexperten das Vermögen einer Landschaft, Wasser zu speichern und zu den höher gelegenen Gebieten weiterleiten zu können, zusammen. Ein wichtiger Punkt, um Ernte zu sichern und die Natur standhafter für längere Hitzeperioden zu machen.

Keyline Design meint kein spezielles Produkt für die Gestaltung von Landschaften, es meint einen Ansatz zur Umgestaltung. In vielen Gebieten zeigt sich nämlich das gleiche traurige Bild. Nutzflächen veröden zur Steppe, Ernten gehen ein oder müssen kostspielig künstlich bewässert werden und die Tiere finden auch keinen Schutz mehr. Das Problem zeigt sich beim Blick auf Luft- oder Drohnenbilder.

Zu viel oder zu wenig Wasser?

Meist entsteht dadurch ein erster guter Einblick darüber, wo Tief- und wo Höhenpunkte eines bestimmten landwirtschaftlichen Gebiets liegen. Die Höhen erhalten in starken Hitzeperioden kaum Wasser, da dies tief im Boden versickert. In den flachen Arealen, den „Tälern“ hingegen kann der Boden das Wasser länger speichern. Das hat für Pflanzen Vor- und Nachteile. Sie bekommen nun zwar ausreichend Wasser und damit Nährstoffe, doch manchmal ist es auch zu viel des Guten. Dann überschwemmen die Gebiete und das Wasser kann gar nicht effektiv aufgenommen werden. Eine geschickte Verteilung muss also her, um das Problem zu beheben und das Wasser besser zu verteilen. Keyline Design zeigt, wie es geht.

Keyline Design hilft bei einer gerechten Ressourcenverteilung

Nachdem die Drohnenbilder ausgewertet wurden, legen Experten fest, welche Keylines oder Keypoints es in dem jeweiligen Gebiet gibt. Auf dieser Grundlage entsteht ein Plan, der nicht nur die Keylines allesamt festhält, sondern sich auch auf Details wie die Bewirtschaftungsfläche konzentriert. So weiß der Landwirt, wo seine Traktorenwege sind und wo sich Anpflanzungen lohnen. Anschließend werden ungünstige Gebiete neu geplant, indem zum Beispiel Retentionsbecken, Gräben und Gehölze Einzug erhalten, um besser mit dem Regenwasser zu haushalten und eine gerechtere Verteilung der wertvollen Ressourcen zu gewährleisten.

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Stress bei Nutztieren – Neue Erkennungsmethoden

In der Landwirtschaft stellt sich die Frage wie es sich vermeiden lässt, dass Nutztiere in Stress geraten. Schuld sind neben schlechten Haltungsbedingungen auch unzureichende Ernährung, Ruhe und zu viele Tiere. Da diese bekanntlich nicht sprechen können, hilft jetzt die Wissenschaft weiter.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (kurz BLE) hat ein Verbundprojekt gestartet in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tierschutz und Tierhaltung (kurz FLI-ITT), um den Stresspegel bei Nutztieren näher zu untersuchen. Das ist ein wichtiges Thema, denn viel Stress führt zu schlechten Erzeugnissen bei Eiern, Milch und Fleisch. Deshalb lohnt es sich, die Bedingungen vor Ort in den Betrieben zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verbessern. Zum Wohle des Tieres und zum besseren Einkommen des Landwirts.

Haargenau messen und auswerten

Die Grundlage der Untersuchung bildet die Bestimmung der Stresshormone bei Schweinen und Rindern. Dieses nennt sich Cortisol und es lässt sich in den Haaren und Federn der Tiere nachweisen. Auf diese Weise finden nicht nur große Nutztiere einen Platz in der Studie, sondern auch Kleintiere wie Puten und Hühner. Anhand der Proben können die Wissenschaftler nun bestimmen, wie hoch der Stresspegel ist.

Stress ist individuell

Grundsätzlich lässt sich dazu festhalten, dass das Empfinden von Stress beziehungsweise die Entstehung davon eine individuelle Einschätzung ist. Für manche Tiere ist es stressig, allein gehalten zu werden, wieder andere haben zu viele Artgenossen auf zu kleinem Raum zu beklagen. Auch die falsche Ernährung, eine unzureichende Beleuchtung oder häufige Unruhe können als störend erlebt werden.

Stress vermeiden lernen

Neben den rein individuellen Empfindungen sind die Folgen von Stress beim Tier ausgesprochen vielfältig. Von Verhaltensauffälligkeiten bis zur Reduzierung der Milchgaben, häufige Krankheiten und frühzeitiger Tod ist alles möglich. Mit dramatischen Folgen für den Landwirtsbetrieb. Deshalb ist es wichtig, den Stress zu erkennen um frühzeitig entgegensteuern zu können. Ob dies ohne aufwendige Laboruntersuchungen künftig möglich sein wird, das steht noch nicht fest.

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Hightech-Weidezaun zur Vertreibung von Wölfen

Aktuell läuft ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt der Universitäten Gießen und Bremen, dessen Ziel es sein soll, einen zuverlässigen neuartigen Weidezaun zu entwickeln, der Nutztiere schützt und Wölfe fernhält. Dabei kommen gleich drei unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

Ein Forschungsprojekt mit Zukunftscharakter ist es allemal, welches an den Universitäten Bremen und der Justus-Liebig-Universität in Gießen läuft. Hinzu kommt ein Unternehmen, dass sich mit der Herstellung von Zäunen auskennt, nämlich RoFlexs. Gemeinsam probieren die Forscher einen neuartigen Weidezaun zu entwickeln, den Wölfe endlich nicht mehr überwinden können. Damit sollen die Weidetiere wie Schafe, Ziegen und Kälber besser geschützt sein. Umherstreunende Wölfe sind für Bauern und Hirten ein wachsendes Problem. Sie müssen ihre Weideflächen immer weiter ausbauen, um fruchtbare Ecken nutzen zu können. Gleichzeitig nähern sie sich damit aber immer mehr dem natürlichen Revier des Wolfes. Und der ist klug und weiß mittlerweile, normale Weidezäune zu überlisten und sich zu holen, wonach ihm der Sinn steht.

Vertreibung durch Hören, Sehen, Riechen

Das könnte künftig vorbei sein, denn ein neuer Zaun soll das Problem endlich in den Griff kriegen und zuverlässig vor solchen Wolfangriffen schützen. Und zwar mit künstlicher Intelligenz. Der sogenannte „mAInZaun“ soll nicht nur Wölfe verscheuchen, sondern sogar selbstständig undichte Stellen erkennen und melden können. Die Abwehr funktioniert dabei auf gleich drei Ebenen: durch Geruch, Geräusche und visuelle Effekte. Außerdem soll das System erkennen können, ob es sich beim unbefugten Besucher wirklich um einen Wolf handelt oder um einen anderen Eindringling. Versucht es das selbe Tier öfter den Zaun zu überwinden, kann auch dies schnell erfasst und eine andere Abwehrstrategie ausprobiert werden. Auf diese Weise soll es den Wölfen möglichst schwerfallen, ihr Ziel zu erreichen. Noch dauert die Entwicklung dieses einzigartigen Zaunes aber an. Projektende wird erst 2024 sein. Bis dahin müssen sich die Wölfe ein dickes Fell zulegen, wenn sie weiter an ihr Fressen kommen wollen.

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Wie kann ich einen Hofladen eröffnen?

In einigen ländlichen Gebieten gibt es fast in jedem Ort einen Hofladen. In anderen Gebieten wiederum fehlen diese gänzlich. Dabei kommt es nicht nur auf den Standort an, sondern auch auf den Bedarf der Kunden. Für mehr Sicherheit bei der Gründung eines neuen Ladens gibt es jetzt eine neue Infomationsbroschüre.

Es gibt viel zu bedenken, bevor ein neues Geschäft eröffnet wird. Natürlich die Örtlichkeit, die Ausstattung des künftigen Ladens und die Konkurrenz in der Nähe. Doch das allein reicht nicht. Es gilt auch, sich bei den künftigen Kunden umzuhören. Wollen diese überhaupt einen Laden, brauchen sie diesen oder fahren sie ohnehin für den Großeinkauf in die nächstgelegene Stadt? Und wenn sie den Laden besuchen, wie häufig werden sie dies tun und welche Waren benötigen sie überhaupt? All diese Punkte sind nicht leicht zu eruieren, trotzdem sind sie nicht minder wichtig. Was bringt einem schließlich ein neues Geschäft, in das man viel Geld und Zeit investiert, wenn am Ende die Türen zu bleiben, weil einfach keiner kommt? Von der Idee bis zur Umsetzung gibt es schließlich so einige Hürden zu überspringen. Damit das leichter gelingt hat sich ein Forscherteam aufgemacht, um mal die wichtigsten Punkte vor der Eröffnung zusammenzutragen.

Wertvolle Fragen vorab klären

Verfasst haben die Broschüre Mitarbeiter des Thünen-Instituts. Unter dem Titel „Dynamik der Nahversorgung in ländlichen Räumen verstehen und gestalten: Impulse für die Praxis“ erwarten den Leser 72 Seiten gefüllt mit wertvollen Informationen für Neu-Ladenbesitzer. Die Broschüre ist als Druck-Version oder PDF-Form erhältlich. Die Bestellungen der Druck-Version erfolgen am besten direkt über Dr. Patrick Küpper via Mail: patrick.küpper@thuenen.de. Weitere Fragen und Anregungen können Interessierte sicherlich auch dort loswerden. Sie lernen unter anderem, dass es einen großen Unterschied macht auf das zu hören, was die Leute angeben und dem, was sie letztendlich tun. So sind natürlich erst einmal die meisten Anwohner begeistert über die Möglichkeit, Dinge des täglichen Bedarfs gleich um die Ecke einzukaufen. Wenn diese aber schlussendlich doch lieber für den gesamten Einkauf nach Auswärts fahren, hat man als Ladenbesitzer nichts gewonnen und muss trotzdem auf Kundschaft warten.

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Grundsteuerreform für Landwirte steht bevor

Bereits im Jahr 2018 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass Einheitsbewertungen von privaten Grundstücken nicht zulässig sind. Dies sei nicht vereinbar mit dem Gleichheitsgrundsatz, wie er im Grundgesetz verankert ist. Damit geht die Arbeit nun so richtig los.

Da Einheitsbewertungen künftig nicht mehr zulässig sind, müssen Grundstücksbesitzer nun ihren Besitz neu bewerten lassen. So will es die neue Grundsteuerreform. Und die gilt nicht nur für private Hausbesitzer, sondern auch für Landwirte. Ein großer Aufwand ist damit verbunden, denn je größer die Landflächen sind, die sich im Besitz befinden, desto genauer müssen die Landwirte messen und die exakten Werte ermitteln lassen. Und die Zeit drängt. Bis spätestens Ende 2024 soll alles passiert sein, dann müssen die neuen Bewertungen alle vorliegen. Deshalb startet jetzt im Jahr 2022 der Zeitraum für alle Hauptfeststellungen, genauer vom 2. Juli bis zum 31. Oktober.

Das Arbeitspensum steigt, die Kosten ebenso

Was zu tun ist, umschreiben die Behörden wie folgt: Es geht darum, sogenannte Feststellungserklärungen auszufüllen darüber, wie groß der Grundbesitz ist. Diese Erklärungen werden dann an die jeweils zuständigen Finanzämter geschickt, die die Steuerlast dann neu berechnen. Experten gehen davon aus, dass die Kosten für Grundstücksbesitzer in jedem Fall ansteigen werden. Dazu kommt der zeitliche Aufwand, die diese Umstellung mit sich bringt. Landwirte haben nicht nur große Flächen, die bei der Feststellung vermessen werden müssen, sie haben mitten im Spätsommer auch die Ernte einzufahren. Es ist ihre Hauptarbeitszeit. Wie da noch Zeit bleiben soll für solche Erledigungen fragen sich viele. Deshalb sollen bestimmte Ausnahmeregelungen greifen, um die Landwirte zu entlasten und ihnen erweiterte Fristen einzuräumen. Wie und in welcher Form das sein wird, bleibt abzuwarten. Dazu haben sich die zuständigen Behörden bis jetzt noch nicht näher geäußert.

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Lupinenanbau als neue Chance für Landwirte?

Die bewusste Entscheidung vieler Menschen, die eigene Ernährung umzustellen, könnte für Landwirte vielleicht neue Perspektiven eröffnen. Denn vegetarische und vegane Ernährung stehen hoch im Kurs.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, ist ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den eigenen Speiseplan zu bereichern. Lupinen könnten dabei helfen, den täglichen Nährstoffbedarf abzudecken.

Lupine als Nährstoffquelle

Immer mehr Landwirte entschließen sich dazu, auf ökologischen Anbau umzustellen. Es entstehen zahlreiche Bio-Höfe, die sich auch für außergewöhnliche Nutzpflanzen entscheiden. Der Anbau von Lupinen könnte bei der Umstellung in die engere Auswahl kommen, denn diese Nutzpflanzen sind äußerst vielseitig. Die Süßlupine enthält fast 40 Prozent Eiweiß und kommt damit auf einen ähnlich hohen Eiweißgehalt wie die Sojabohne. Damit wird die Süßlupine zu einer wichtigen Nährstoffquelle für Vegetarier und Veganer.

Das Lupinen-Eiweiß bringt außerdem viele wertvolle Aminosäuren mit. Auch die Samen der Nutzpflanze verfügen über wichtige Nährstoffe. Darin enthalten sind Vitamin E, Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium. Durch diese Vielfalt an unterschiedlichen Nährstoffen könnte die Lupine zu einer interessanten Alternative zur Soja-Bohne werden. Bislang wird die Süßlupine nur wenig angebaut. Meist wächst sie als Vorfrucht zum Wintergetreide, da sie die Wachstumsbedingungen dafür verbessert. Die Süßlupine sorgt für einen lockeren Boden, der mit Stickstoff und Phosphat angereichert ist. Dadurch wird später weniger Düngemittel notwendig.

Lupine ist nicht gleich Lupine. Die Samen der wilden Lupine sollten auf keinen Fall verzehrt werden, da sie schädliche Alkaloide enthalten. Bei den Kulturpflanzen wurden diese längst herausgezüchtet, sodass diese unbedenklich für den Verzehr sind.

Süßlupinen werden bereits zu verschiedensten Lebensmitteln verarbeitet. Sie werden zu Mehl, Kaffeeersatz, Nudeln, Aufstrichen oder Milch- und Fleischersatz. Wer auf eine glutenfreie Ernährung angewiesen ist, erhält mit der Süßlupine eine weitere Möglichkeit dafür.

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Hanfanbau als Alternative für die Landwirtschaft?

Was schon vor vielen Jahren hierzulande angebaut wurde, könnte demnächst eine kleine Renaissance erfahren. Der ökologische Hanfanbau scheint eine Zukunft in der Landwirtschaft zu haben.

Noch bis vor wenigen Jahren war der Hanfanbau hierzulande verboten. Inzwischen entscheiden sich aber einige Landwirte ganz bewusst dafür, Hanf ökologisch anzubauen. Verschiedene Gründe sprechen dafür.

Steigende Nachfrage nach Hanfprodukten

Hanf galt hierzulande schon vor Jahrhunderten als bedeutende Kulturpflanze. Doch die berauschende Wirkung von Cannabis sativa führte dazu, dass der Anbau über Jahre hinweg verboten wurde. Inzwischen ist der Anbau von Nutzhanf wieder erlaubt. Allerdings müssen sehr strenge Auflagen befolgt werden. Ein besonders wichtiges Kriterium ist der THC-Gehalt, der die 0,2 Prozent nicht übersteigen darf.

Noch immer ist der Hanfanbau eine echte Nische, was kaum vorstellbar scheint. Denn die anspruchslose Pflanze bringt alle Voraussetzungen mit, umweltfreundlich angebaut zu werden. Dies belegen auch die Zahlen. Bislang werden etwa 3.600 Hektar Nutzfläche für den Hanfanbau genutzt. Davon werden etwa 50 Prozent ökologisch bewirtschaftet. Obwohl die Anbaufläche sehr klein im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen ist, zeigen die Zahlen, dass sich der ökologische Anbau lohnt.

Das Umweltbewusstsein der Konsumenten ist deutlich gestiegen. Sie setzen auf hochwertige und gleichzeitig auch höherpreisige Produkte, wenn diese aus Bio-Anbau stammen. Da die Pflanze selbst sehr anspruchslos und widerstandsfähig ist, bietet sich der ökologische Anbau geradezu an. Sie trotzt Unkraut und Schädlingen und wird nur selten von Krankheiten befallen. Auch trockene Sommer belasten die Pflanze weniger als andere. Denn dank der tiefreichenden Pfahlwurzel gelingt es ihr, das benötigte Wasser auch aus tieferen Schichten zu ziehen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sie sich nahezu vollständig verwerten lässt. Von Lebensmitteln über Klamotten bis hin zu als wichtiger Bestandteil für die Herstellung anderer Güter, sind hier mit Hanf keine Grenzen gesetzt. Es bringt extrem viele Vorteile mit sich.

Wer mit dem Gedanken spielt, zukünftig Nutzhanf anzubauen, sollte sich vorab gründlich über die rechtlichen Vorgaben informieren. Auch die Absatzmöglichkeiten sollten im Vorfeld genau überprüft werden. Vor allem aber zeigt auch der Schritt der Legalisierung zum Konsum von Hanf eine große Chance für die Landwirtschaft.

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Agroforst

Organische Böden können einen großen Teil zum Erhalt der Umwelt beitragen, doch leider sind sie dünn gesät in Deutschland und in vielen anderen Ländern gleichermaßen. Die Gründe dafür sind einfach: Es gibt zu wenige Subventionen und damit fehlt den Landwirten der Anreiz, Torfmoore zu belassen oder sie sogar zu kultivieren. Ein großes Problem für die Umwelt und damit ein riesiges Problem für Mensch und Tier.

Sogenannte Agroforstsysteme beinhalten ein enormes Potenzial für den Umwelterhalt, denn die sind in der Lage, große Mengen CO2 zu speichern. Schätzungen gehen hier von etwa 1,5 Mrd. Tonnen aus. Das würde ein Drittel der kompletten Emissionen der EU ausmachen. So zumindest beziffert es der Präsident des Europäischen Agroforstverbandes Patrick Worms. Neben der Speicherung von wertvollem CO2 haben organische Böden aber auch weitere Vorteile: Sie verhindern Dürre- und Erosionsschäden und fördern die Biodiversität. Damit sind solche Böden der ideale Lebensort für viele Insekten und Vögel.

Es braucht lohnenswerte Lösungen

Trotzdem gibt es immer weniger Torflandschaften. Und der Grund dafür ist denkbar einfach. Boden ist ein wertvolles Gut und wird als Ackerland verwendet. Gerade dann, wenn der Boden fruchtbar ist, freut sich der Landwirt. Wirtschaftlich nutzbar bedeutet für ihn natürlich, finanziell einträglich. Das sind naturbelassene Torfböden natürlich nicht. Für sie gibt es bislang auch kaum Entschädigungszahlungen. Deshalb sind sie in so großer Gefahr. Kaum ein Landwirt würde sich hier die Mühe machen, sein wertvolles Land ungenutzt zu lassen, wenn es denn dem Umweltschutz dient. Außerdem fehlt es oftmals an Wissen über die Vorteile des Torfbodens und auch darüber, wie denn dieser am besten in seinem guten Zustand erhalten bleiben kann.

Eine Lösung würden Fortbildungen und entsprechende Subventionen bieten, doch die gibt es bislang so gut wie nicht. Hier muss etwas getan werden!

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Mobile Agricultural Robot Swarms sollen Feldarbeit revolutionieren

Der MARS spielt künftig eine Schlüsselrolle, aber nicht etwa bei der Erkundung fremder Planeten, sondern hier auf der Erde, genauer in der Erde. Unter der Abkürzung MARS verbergen sich nämlich hochtechnologische Roboter, die effiziente Feldarbeit verrichten sollen.

Hinter der Abkürzung MARS verbirgt sich ein Forschungsprojekt, welches sogenannte Mobile Agricultural Robot Swarms entwickelt hat. Die sollen später die Arbeit von Traktoren und Bauern auf dem Feld übernehmen. Und das so präzise und lautlos, wie es vorher niemals möglich gewesen wäre. Dafür arbeiten die Roboter im Schwarmeinsatz. Etwa 12 Roboter übernehmen dabei ein etwa 1 HA großes Feld. Die Maschinen der Firma Fendt wurden im Laufe einiger Jahre Forschungsarbeit an der Hochschule Ulm entwickelt und sind Teil der EU Forschungsförderung. Die MARS Roboter hören auf den Namen Xaver. Sie sollen nicht nur präzise Samen verteilen, sondern die Aussaat auch überwachen. So können sie dank ausgefeilter Sensorik messen, welche Pflanze welche Nährstoffe benötigt und sie gezielt mit Wasser und Dünger versorgen. Da jeder Roboter mit anderem Saatgut bestückt werden kann ist es außerdem möglich, Mischsaaten auf den Feldern zu verteilen. Fällt ein Roboter aus, übernehmen die anderen automatisch seine Aufgaben mit, so dass die Arbeit trotzdem zuverlässig erledigt wird.

Für so viel Leistung gab es eine Medaille

Aufgrund des geringen Gewichts von gerade einmal 50 Kilo können die Roboter unkompliziert selbst auf schwierigem Gelände agieren. Außerdem ist ihre Arbeit sehr geräuscharm und sie verbrauchen keinerlei Benzin oder Diesel. Das macht sie umweltbewusst und lässt Einsatzzeiten flexibel zu. Theoretisch kann ein Schwarm 24 Stunden an 7 Tagen pro Woche arbeiten. Die Steuerung läuft über eine App. Updates erfolgen ebenfalls automatisch über das System. Erste Anfragen aus Afrika, Australien, der Schweiz und vielen anderen Ländern liegen bereits vor. Die Entwicklung hat schon jetzt so hohe Wellen geschlagen, dass das System sogar die Agritechnica Silbermedaille von der DLG verliehen bekommen hat. Mit solchen Roboterschwärmen ließe sich die Feldarbeit nämlich insgesamt revolutionieren, die Umwelt schützen und die Erträge steigern.

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