Bericht aus Indien: Unterstützung für kleine Farmer

Ein interessantes Projekt könnte den kleinen Farmern Indiens schon bald völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Das Unternehmen EM3 Agri Services hat sich der Unterstützung der Ärmsten gewidmet und zeigt deutlich, dass eine kleine Idee große Früchte tragen kann.

Die meisten Landwirte der indischen Provinzen zählen zu den Ärmsten des Landes. EM3 Agri Services versucht diese Situation mit dem eigenen Service-Angebot langfristig zu verändern.

Nicht einsam sondern gemeinsam

Das Unternehmen EM3 Agri Services hat es sich zur Aufgabe gemacht, die kleinen Landwirte der ärmsten indischen Provinzen mit seinen Angeboten zu unterstützen. Dabei geht es vor allem um ein Miteinander, von dem alle Seiten profitieren.

Hauptanliegen: Die Arbeit der kleinen Bauern soll langfristig erleichtert und effizienter gestaltet werden.

Die Idee, die alles verändern könnte

Die beiden Gründer von EM3 (Vater und Sohn Mal) sehen sich selbst als eine Art Schnittstelle zwischen wohlhabenden oder besser situierten Landwirten und den ganz kleinen Bauern, die oft nur ein kleines Stückchen Land bewirtschaften. Während die kleinen Farmer ihre Flächen mühsam manuell bearbeiten, stehen den größeren Farmern meist große und moderne Maschinen zur Verfügung. Da den kleinen Bauern die finanziellen Mittel fehlen, um ihre eigene Ausrüstung durch Maschinen zu ergänzen, kam nun die Idee, beide Gruppen zueinander zu führen.

Um auch den Kleinbauern den Zugang zu solchen Landmaschinen zu ermöglichen, hat EM3 eine Art vermittelndes Netzwerk erschaffen. Sie sollen zukünftig Landmaschinen von größeren Farmern aus ihrer Nähe für ein paar Stunden bei Bedarf leihen können.

Mit Maschinen effizienter arbeiten

Haben die Kleinbauern Zugang zu den Maschinen, können sie selbst ihr Land effizienter bewirtschaften und die eigene Situation langfristig deutlich verbessern. Für die Maschinen zahlen sie eine Gebühr, die pro Stunde oder auf die zu bewirtschaftende Fläche berechnet wird. Damit profitieren beide Seiten von dieser Kooperation.

Kontakt zu EM3 per Service-Center oder per App

Da die meisten Kleinbauern weder Smartphones noch Internet besitzen, hat EM3 das Angebot entsprechend ausgerichtet. Die Farmer haben die Möglichkeit, den örtlichen Ansprechpartner direkt mit ihren Anfragen zu kontaktieren oder via Call-Center ihre Anfrage zu stellen. Wer über ein Smartphone mit Internet verfügt, kann das Ganze auch online abwickeln.

Mit diesem interessanten Projekt schafft das Unternehmen viel Hoffnung für die indischen Kleinbauern. Zukünftig plant EM3 Agri Services die Expansion in weitere Provinzen Indiens.

Bildurheber: kriangkrai / 123RF Lizenzfreie Bilder

Wahl-Check des Bauernverbandes zur Bundestagswahl 2017

Für Wähler ist es nicht immer leicht, aus dem umfangreichen Wahlprogramm der einzelnen Parteien das herauszufiltern, was den eigenen Interessen am nächsten kommt. Für die speziellen Bedürfnisse von Landwirten hat der Bauernverband eine an den Wahl-O-Mat angelehnte Lösung online gestellt.

In der Politik ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich jede Partei bemüht, sich möglichst nah an den Wünschen der Wähler zu orientieren. Da es aber nun mal viele Meinungen und noch mehr Interessen gibt, wachsen die Wahlprogramme gefühlt ins Unermessliche.

Agrarpolitische Vorstellungen der Parteien

Spezielle Themen wie die Agrarwirtschaft stehen zwar auf den meisten Agenden, doch für unerfahrene Wähler ist es trotzdem schwer, alle Details im Überblick zu behalten. Für Mitglieder des Bauernverbands gibt es deshalb den Agrar-Wahl-Check. Durch ihn haben Interessierte die Möglichkeit, alle Wahlprogramme der Parteien hinsichtlich der Agrarpolitik abzugleichen. Eingespeichert sind alle, von der CDU/CSU über die SPD bis zur FDP und den Grünen.

Der Check funktioniert wie der „Wahl-O-Mat“ der „Bundeszentrale für politische Bildung“. Er misst, welche Partei am ehesten den eigenen Interessen entgegen kommt. Als Messlatte wurden Fragen entwickelt, die der Nutzer beantworten muss. Nach etwa 10 Minuten ermittelt der Online-Wahl-Check dann, welche Partei das Rennen macht.

Hilfe bei der Entscheidungsfindung

Dafür sind zwei Schritte notwendig. Zunächst geht es darum, die eigene Stellung zu insgesamt 33 Thesen aus der Agrarpolitik zu manifestieren. Es gibt jeweils drei Antwortmöglichkeiten, nämlich „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“. Danach bekommt der Nutzer seine persönliche Stellung mitgeteilt und kann diese direkt mit den Wahlprogrammen der Parteien vergleichen. Im Vergleich wird für den Nutzer dann deutlich, bei welcher Partei es die meisten Übereinstimmungen gibt und wo es die meisten Unterschiede vorzufinden sind.

Das hilft bei der politischen Entscheidungsfindung und spart enorm Zeit, die sich schließlich sinnvoller nutzen lässt. Ob man das Ergebnis dann auch 1 zu 1 umsetzt, oder sich dadurch lediglich weiter helfen lässt, bleibt dann aber jedem am Ende selbst überlassen.

Den Online-Wahl-Check können Nutzer noch bis zu den Wahlen Ende September durchführen und zwar auf der Webseite des Bauernverbands unter: http://www.bauernverband.de/wahl-check.

Woher kommen Fleisch & Gemüse: Mit der Kita auf den Bauernhof

Das Projekt „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ bringt Schulkindern das Thema Landwirtschaft näher. In Hessen versucht man mit „Lernfeld Landwirtschaft“ jetzt ein noch etwas jüngeres Publikum ansprechen.

In Hessen startet erstmalig das Projekt „Lernfeld Landwirtschaft“. Gemeinsam mit der Kreisbeigeordneten Susanne Simmler und der Präsidentin vom Landfrauenverband Hessen soll die Verbindung von Kitas und Höfen der Umgebung dafür sorgen, den Jüngsten das Landleben näher zu bringen.

Gemüse wächst auf dem Feld, nicht in der Kühltheke

Das „Lernfeld Landwirtschaft“ stellt eine Weiterentwicklung vom Schulprogramm „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ dar. Ziel ist es, den Kindern auch schon im Kindergarten die Produktionswege in der Landwirtschaft näher zu bringen. Sie sollen lernen, wie Gemüse auf den Feldern angebaut und geerntet wird aber auch, wo die Milch und das Fleisch herkommen. Für diese Idee konnten die Initiatorinnen bereits über 40 Höfe gewinnen die bereitwillig ihre Tore öffnen, um den Jüngsten ihre Produktionsstätten zu zeigen. Erste Betriebe konnten hier schon positive Erfahrungen sammeln, andere sind zum ersten Mal dabei. Dabei kann die Zusammenarbeit ganz unterschiedlich ausfallen. Mal machen die Kitas einzelne Tagesausflüge aufs Land. Dann wieder gibt es Projekte, die über einige Wochen oder Monate ausgelegt sind. Je nach Entfernung zu den teilnehmenden Höfen und Verfügbarkeit des Personals.

Entlastung schaffen durch Fachpersonal

Das neue Projekt dient als Ergänzung zum Programm „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ und steht dazu nicht in Konkurrenz, betonen die Verantwortlichen. Neben dem Ausflugscharakter gehe es darum, Basiswissen in Sachen Ernährung bei den Kindergarten und Schulkindern zu schaffen und auszubauen. Da Landwirte allerdings häufig mit den Aufgaben überlastet sind, sollen künftig speziell ausgebildete Personen die Führungen übernehmen und den Kleinen alle Fragen zu den Produktionsstätten, den Tieren und Pflanzen fachkundig sowie pädagogisch versiert beantworten. Das entlastet nicht nur die Erzieherinnen, sondern eben auch die Betriebe. Eine zusätzliche Motivation für alle Beteiligten und ein wertvoller Lerneffekt.

Bildurheber: imagesourceprem / 123RF Lizenzfreie Bilder

Roboter in der Landwirtschaft sind heute schon Realität

Melkroboter, die die Kuh melken. Unkrautziehen per Feldroboter und Drohnen, die die Ernte überwachen. Was klingt wie Science Fiction ist heute schon in vielen landwirtschaftlichen Betrieben schon heute Realität. Roboter erleichtern die Arbeit, machen sie effizienter und sind darüber hinaus noch zuverlässiger, als das der Mensch leisten kann.

Wo früher noch der Bauer mit dem Schemel gesessen hat zum Kühe melken, stehen heute längst moderne Maschinen, die diese Arbeit übernehmen. Und die schaffen nicht nur viel mehr Milch in viel kürzerer Zeit, sie können auch gleich noch deren Qualität überprüfen. Speziell für große Betriebe mit vielen Milchkühen bedeuten die Melkroboter eine enorme Arbeitserleichterung und gleichzeitig auch einen Gewinn, denn auf diese Weise wird der Absatzweg für die Milch enorm verkürzt – das spart Geld.

Hilfe bei Tierhaltung und Feldarbeit

Doch nicht nur bei der Tierhaltung im Stall findet sich heute schon wie selbstverständlich modernste Robotertechnologie, auch auf dem Feld ist sie kaum mehr wegzudenken. Der Roboter Bonirob zum Beispiel kann den Stickstoffgehalt der Pflanzen überprüfen und erkennt damit Düngebedarf und Nährstoffbedarf. Dadurch entsteht kein Mangel, der eine ganze Ernte gefährden kann. Und der nicht-menschliche Feldhelfer kann noch mehr. Er ist mit feinsten Sensoren ausgestattet, die auch Unkraut erkennen und kann es direkt danach vernichten. Dadurch haben die Pflanzen mehr Platz und gedeihen noch besser.

Alles im Blick in der Luft und zu Boden

Drohnen sind der neuste Coup der Entwickler. Anders als der Feldroboter überfliegen sie große Areale und messen von oben den Zustand der Pflanzen und des Bodens. Sie melden dann selbstständig den Bedarf und zwar entweder per App an den Bauern direkt, der dann einschreiten kann oder an einen Feldroboter, der den Düngebedarf ausgleicht oder die Pflanzen mit Wasser versorgt, sofern die Drohne das als notwendig erachtet. In Frankreich sind erste Drohnen bereits erfolgreich im Einsatz, zunächst als Leihgabe der Entwicklerfirma an die Bauern.

Die Drohnen können allerdings noch nicht alles messen, sie konzentrieren sich auf den Stickstoffgehalt im Boden. Der Vorteil hier ist nicht nur die genaue Messtechnik sondern auch die Tatsache, dass eine Drohne ein sehr großes Gebiet ständig zuverlässig überwachen kann. Für Landwirte mit einem großen oder mehreren kleinen Betrieben eine wichtige Hilfe, denn oft liegen die Felder weit auseinander und sind nicht immer gleich zu erreichen und ständig selbst zu überprüfen.

Bildurheber: pixelbliss / 123RF Lizenzfreie Bilder

Landwirtschaft 4.0?

Von der Wirtschaft 4.0 spricht inzwischen jeder, aber gibt es auch die Landwirtschaft 4.0? Natürlich, denn die Digitalisierung umfasst alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche, warum sollte ausgerechnet der Agrarsektor davon nicht betroffen sein? Und so schlecht sieht es für die Landwirte gar nicht aus.

Insgesamt stehen die deutschen Landwirte der Digitalisierung scheinbar recht positiv gegenüber, immerhin sehen 60% von ihnen in diesem Wandel eine Chance, nur 13% eher das Risiko. Noch haben aber nur knapp über 50% digitale Technologie im Einsatz, auch die Anzahl der Verweigerer ist mit 16% eine sichtbare Gruppe. Alle Zahlen und Fakten sind in der folgenden Informationsgrafik der AGRAVIS Raiffeisen AG zu finden:

„Wie stark wächst der globale Markt für Präzisionslandwirtschaft? In welchen Bereichen werden digitale Anwendungen im Sinne von Landwirtschaft 4.0 bereits genutzt und welche Vorteile bringen sie? Sehen die Anwender mehr Chancen oder mehr Risiken der Digitalisierung? Welche Digitalisierungsprojekte finden unter der Überschrift AGRAVIS 4.0 statt?“ – Quelle: AGRAVIS Raiffeisen AG

Lämmchen aus dem Plastikbeutel?

US-Forscher haben erstmals eine spezielle Form der künstlichen Gebärmutter an Lämmern getestet und konnten diese darüber tatsächlich versorgen und aufpäppeln. Doch es gab auch Komplikationen…

Die Nabelschnur verbunden mit einer Maschine, welche regelmäßig Sauerstoff und lebenswichtige Nährstoffe zuführt. Der Leib eingepackt in einen Plastiksack, so werden Lämmchen neuerdings auf den Start ins Leben vorbereitet. Es klingt wie Science Fiction, was die amerikanischen Forscher dort auf den Namen Biobag tauften.

Den Beutel tauften die Forscher Biobag.

Für den Versuch entbanden sie die Lämmer nach 105 bis etwa 120 Tagen per Kaiserschnitt aus dem Leib ihrer Mütter. Dann schlossen sie sie sofort mit der Nabelschnur an die künstliche Versorgung an und legten sie in den flüssigkeitsgefüllten Beutel.

Der Beutel selbst stellte die Gebärmutter dar mit einer fötalen Lösung, die regelmäßig ausgetauscht wurde. Das Blut der Lämmer ging dann über die Nabelschnur zur künstlichen Plazenta, die die Versorgung übernahm. Die funktionierte nicht mit einer Pumpe, sondern durch ein spezielles patentiertes System, welches die Entwickler „extrakorporales Lebenserhaltungssystem“ tauften. Durch den geringen Druck liefen die Lämmer so nicht Gefahr, dass ihr Herz dem sonst üblichen Pumpdruck nicht standhält.

Knapp 4 Wochen verblieben die Lämmer in den Beuteln, in denen sie heranwuchsen, Fell entwickeln und sogar ein Schlaf-und Wach-Rhythmus erkennbar war. Trotzdem gab es einige Hürden bei der Aufzucht, schwere Schäden an Herz oder Gehirn der Tiere stellten sich aber nicht ein. Die Forscher hinter dem umstrittenen Projekt verbuchen es dennoch als Erfolg, ob der Tierhaltung damit wirklich geholfen wird – nicht wenige zweifeln. Für die Rettung von Frühgeburten dürfte ein Landwirt für die Entwicklung dankbar sein, der Gedanke das dieser Vorgang Standard für die Aufzucht von Lämmer werden könnte, dürfte allerdings erschreckend sein.

 

Designpreis für Geschirr aus Kuhmist

Aus Kuhmist werden Teller. (Bildurheber: fedorkondratenko / 123RF Lizenzfreie Bilder

Was einem findigen Landwirt da eingefallen ist, das ist tatsächlich ganz auf seinem Mist gewachsen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Er entsorgt den Dung seiner Milchkühe nicht einfach, er macht daraus stattdessen Teller und Schalen. Doch wer will davon essen?

Neulich war auf dem Printzipia-Blog folgendes zu lesen: Den Mailänder Design Preis im Jahr 2016 gewann ausgerechnet ein Landwirt und das für eine einzigartige Recycling-Idee. Aus dem Mist seiner rund 3.500 Kühe töpfert Gianantonio Locatelli nämlich kurzerhand Geschirr und stellt das sogar im Museum aus.

Die Idee dazu kam ihm beim Heizen. Er befüllt seine Biogasanlage nämlich normalerweise mit Kuhdung. Das überflüssige Wasser aus der Anlage nutzt er zum Heizen, doch mit den Resten des Dung wusste er bislang nichts anzufangen. Bis er sie mit Lehm und einigen Geheimzutaten mischte und daraus Merdacotta herstellte. Das ist ein Wortspiel und setzt sich zusammen aus Terrakotta-Keramik und den Ergebnissen des Kuhdarms.

Die Herstellung des sehr speziellen Geschirrs gehört dabei nicht unbedingt zum neuen Produktionszweig des Hofes, der Landwirt wollte vielmehr durch sein künstlerisches Wirken zeigen, dass auch Abfall noch einen Wert hat. Mit dieser Idee ist er nicht allein, denn das Museo della merda im italienischen Castelbosco stellt neben dem Geschirr des 61jährigen auch zahlreiche andere Kunstwerke aus, die aus Dung oder anderen Abfallstoffen erschaffen wurden.

Den Käse vom Dungteller genießen?

Neben Tellern, Tassen und Schalen lässt sich natürlich noch viel mehr töpfern. Ziegel zum Beispiel oder auch Pflanzgefäße für Garten und Balkon. Der Vorteil ist, dass die Herstellung keine Ressourcen benötigt bis auf die eigene Zeit. Fraglich bleibt allerdings, ob wirklich schon jemand von den Dung-Tellern gegessen hat. Fest steht, die Idee ist preisverdächtig und hat dem Mailänder deshalb den Design-Preis beschert. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Ideen Locatelli da schon wieder im Kopf schwirren. Sie haben in jedem Fall etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, denn der Umweltschutz liegt dem Landwirt besonders am Herzen. So verwendet er nicht nur den Dung der Kühe zur Energiegewinnung, er nimmt natürlich auch die Milch und stellt daraus den beliebten Grana Padano-Käse her. Eine Delikatesse nicht nur für Italiener. Ob der Käse den Weg auch auf den Dung-Teller findet, das bleibt abzuwarten.

Im Trend: Die eigene Milchbar

Landwirte, die von diversen staatlichen und supra-staatlichen Maßnahmen gebeutelt sind, müssen sich Gedanken machen, wie die eigene Wertschöpfung wieder in beeinflussbare Bahnen gelenkt werden kann. Ein Weg dazu ist im Kontext der regionalen Selbstvermarktung die Eröffnung einer Milchbar.

In den USA der 30er Jahre wurden vor allem aufgrund der Prohibition die ersten Milchbars eröffnet. Landwirte, die auf den Verfall der Milchpreise adäquat reagieren, könnten sich heute dieses Konzepts wieder annehmen um wieder in die Wertschöpfung aus eigener Kraft zu kommen. Frische Milch steht für gesunde, proteinreiche, natürliche Ernährung. In Verbindung mit frischen Früchten und Kräutern lassen sich mit etwas Kreativität viele gesunden, individuell gebrandete Eigenmarken generieren, konstatiert Emil Hofmann, Experte für Positionierung und Markenbildung. Hier sind Ideen und Experimentierfreude gefragt. So könnte die Petersilienmilch ebenso entstehen wie der Erdbeer-Kirsch-Smoothie. Solche Gastro-Konzepte seien aber nur aufgrund des Namens nicht ausschließlich auf Milchprodukte verpflichtet, so Hofmann weiter. „Auch wenn die Milchbar freilich das tragende Element Milch in den eigenen Produkten verarbeiten und zum zentralen Vermarktungs-Aspekt machen sollte“, so stehe vor allem die frische, biologisch-natürliche Ernährung konzeptionell im Vordergrund. Genauso könnten daher die naturbelassenen Kartoffelchips, der Kürbiskuchen oder ein Pfirsich-Protein-Quark für Sportler die Angebotspalette zieren.

Individualität und Liebe zum Detail zählen – Warum nicht mal das Essen auf einer Palette servieren?

Neben den Speisen kommt dem individuellen Ambiente eine entscheidende Bedeutung zu. Auch hier muss eine Milchbar – wie jede andere gastronomische Einrichtung – punkten und die Köpfe der Gäste mit einer gehörigen Portion Individualität Einzug nehmen. Angefangen beim individuellen „Teller“ – siehe hier das Beispiel einer italienischen Bar, die Speisen auf einer Palette präsentiert. Über individuelles Besteck, Gläser und natürlich das ausgesuchte Interieur.  Andreas Marr ist Inhaber des Gastronomiemöbel-Handels Objekt-m und betont hier: „Der Erfolgsfaktor Marke ist in Zeiten wachsender Konkurrenz und hybrider, also stark wechselwilliger Kunden ein entscheidender Erfolgsbaustein. Daher bietet Marr für Gastronomie-Gründungen günstige Konditionen, wenn es um die Inszenierung kleinerer gastronomischer Einrichtungen geht. Darüber hinaus weiß Marr um die Notwendigkeit von Individualität und hat daher einen eigenen Schreinerei-Betrieb am Standort. „Wer seine  Möbel anpassen lassen möchte, der ist bei Objekt-m an der richtigen Adresse.“ Gastronomiemöbel seien in erster Linie ein Statement und daher ein zentraler Markenaspekt, wenn es darum geht das eigene Haus im wachsenden Wettbewerb einzigartig und memorierbar zu machen. Für Interessierte geht’s hier zu Objekt-m und den auf Wunsch individuell anpassungsfähigen Gastronomiemöbeln: Link zum Anbieter.

Achtung Landwirte, die Zeit eigene Wege zu gehen ist genau jetzt. Wenn die Preisspirale zu den eigenen Ungunsten ausschlägt muss man sich auf die Hinterfüße stellen und die Dinge in die Hand nehmen. Es gibt viele Ideen der individuellen Regionalvermarktung. Die Milchbar ist eine davon!

Drohnen als Helfer in der Landwirtschaft

Drohnen erleichtern Landwirten die Arbeit (Bild: windjunkie / 123RF Lizenzfreie Bilder)

In der Landwirtschaft hat das digitale Zeitalter längst Einzug gehalten. Drohnen sollen künftig die Felder überwachen und dem Bauer melden, wenn die Pflanzen Dünger oder Wasser brauchen. Auch die Pflanzzeiten und Standorte sollen so optimiert werden, und damit dürften die Möglichkeiten der Technik noch nicht ausgeschöpft sein.

Das Start-up Gamaya hat ein ganz besonderes Ziel: Die Firma entwickelt Drohnen mit deren Hilfe es Landwirte künftig einfacher haben sollen. Die fliegenden Helfer dienen nämlich dazu, die Felder zu kontrollieren und Daten darüber zu sammeln, wie es den Pflanzen aktuell geht. So können schnell Schwachstellen wie Nahrungsmangel oder zu enge Standorte erkannt werden, und der Landwirt kann gezielt entgegen wirken. Das maximiert die Ernte und macht die Arbeit auf dem Land einfacher. Speziell große Höfe oder solche mit weit verzweigten Feldern und Wiesen sollen von der neuen Technik profitieren.

Und mit der Drohnenüberwachung hört die Arbeit der gesteuerten Helfer noch lange nicht auf. Sie sollen nämlich künftig ihre Daten an Roboter senden, die dann die Arbeit auf dem Feld erledigen. Sie sollen das Gießen, Düngen und Anpflanzen übernehmen.

Digitalisierung macht Anbau nachhaltiger

Was klingt wie eine ferne Zukunftsversion ist schon jetzt an manchen Orten Realität. In Frankreich kreisen erstmals Drohnen über Stroh- und Rapsfelder. Diese sind mit multispektralen Kameras ausgerüstet und können so messen, wie die optimale Dosis des Stickstoffs ausschaut. Das erlaubt es Landwirten, entsprechend nachzurüsten und zwar ganz gezielt und möglichst minimal, um die gesetzlich festgelegten Dosen nicht zu überschreiten. Noch sind die Drohnen mit der dazugehörigen App Leihgaben der Firma Airnov.

Die Drohnen von Gamaya können sogar noch mehr. Sie messen nicht nur den Stickstoffgehalt, sondern auch den Wasserbedarf, die Bodenbeschaffenheit- und Zusammensetzung und noch vieles mehr. Dazu sind hyperspektrale Sensoren mit an Bord, eine Messtechnik, die dem eines Röntgengeräts ähnelt. Das Ziel dieser Entwicklungen ist es, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, den Fortschritt einkehren zu lassen und damit Ernteausfälle zu minimieren.

fodjan: die Software zur Futtermittel-Optimierung

Die Digitalisierung erfasst auch die Landwirtschaft, Stichwort „Smart Farming“. Die Optimierung von Futtermittel hat sich jetzt das sächsische Start Up fodjan auf die Fahnen geschrieben.

10 Milliarden Euro Futterkosten entstehen im Jahr für Nutztiere alleine in Deutschland. Da muss doch reichlich Optimierungsbedarf vorhanden sein, dachten sich der Dresdner Carsten Gieseler und gründete 2014 das Start Up  fodjan GmbH und begann mit der Entwicklung einer Softwarelösung, die zum einen die Futterkosten senkt, zum anderen aber auch das Tierwohl beachtet. Inzwischen ist er mit der Software-as-a-Service-Lösung „fodjan smart feeding“ auf dem Markt.

Die webbasierte Lösung „fodjan smart feeding“ verspricht den optimierten Einsatz selbstangebauter Futtermittel sowie den entsprechenden Futterzukauf. So will man gleichzeitig die Futterkosten der Betriebe merklich senken. Die Software zur Futtermittelrezepturplanung basiert auf einem Algorithmus, der eine entsprechende „Mehrzieloptimierung“ ermöglicht. Alle für die Fütterung relevanten Faktoren, sprich auch die Kosten, fließen in den Entscheidungsprozess ein und können gegeneinander abgewogen werden.

Anfang dieses Jahres erhielt das Dresdner Start Up fodjan erhält eine Finanzierung im sechsstelligen Bereich vom High-Tech Gründerfonds. Nach eigener Aussage will das Unternehmen mit der Förderung beim Vertrieb ihrer Software noch einmal zu legen. Gerade in Zeiten der digitalen Transformation dürfte sich für fodjan einiges an Möglichkeiten auftun, merken doch auch viele Landwirte, dass sie ohne die Digitalisierung immer mehr hintenan stehen müssen und mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten können. Gerade hier könnte „fodjan smart feeding“ wertvoll werden, da es mit seiner Futtermitteloptimierung ja nicht nur eine Kostenersparnis verspricht, sondern auch eine Leistungssteigerung des Nutztierbestandes.


Auf einen Blick: Das Programm fodjan smart feeding entwickelte der Agrarwirt Carsten Gieseler mit seinem Team in der Gründerschmiede der HTW Dresden. Als erfahrener Business Angel steht dem jungen Unternehmen Frank Siegmund zur Seite, der als Experte und Coach Gründer berät. Nach dreijähriger Entwicklungsphase und mehreren erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojekten kam fodjan im letzten Jahr als Software-as-a-Service (SaaS) auf den Markt. Im Milliardensegment Nutztierfutter verbindet fodjan erstmals erhöhte Tiergesundheit mit Kostenreduktion und konnte in Praxis-Tests eine durchschnittliche Kosteneinsparung von mehr als zehn Prozent erreichen.