Xilon: Das Bio-Pflanzenschutzmittel

Bereits im Jahr 2020 wurde Xilon vom internationalen Magazin „Chemical Week“ zu einem der vier besten biologischen Mittel der Welt aufgereiht. Das half ihm auf die Shortlist der „Agrow´s Crop Science Awards“ desselben Jahres.

Doch was macht dieses Pflanzenschutzmittel so besonders? Es handelt sich hierbei um das erste rein biologische Bodenfungizid überhaupt, dessen breit gefächertes Wirkungsspektrum es den Landwirten erlaubt, es auf den unterschiedlichsten Böden einzusetzen. Damit schließt der Hersteller eine wichtige Lücke beim Pflanzenschutz-Management im konventionellen Sektor.

Wie Xilon wirkt

Die Wirkung von Xilon basiert auf dem Wirkstoff T34. Dieser ist lizenziert und stammt von Biocontrol Technologies, einem Uni-Forschungsprojekt. Doch vom Forschungslabor bis hin zur wirklichen Anwendung war es ein weiter Weg, denn es dauert, ehe ein Pflanzenschutzmittel seine Lizenzen erhält. Bei Xilon ist man da schon einen Schritt weiter. Seine ersten Feldversuche durfte es bereits in Osteuropa starten und wird dort bei Sojabohnen, Mais und Sonnenblumen erfolgreich eingesetzt. So zeichnet sich seine positive Wirkweise insbesondere dadurch aus, dass es die Pflanze schon ab der Wurzel gegen Krankheiten wie die gefürchtete Sclerotinia-Infektion kämpft und damit den Befall im Keim erstickt.

Schutz für Wurzeln und Blätter

Zudem bleiben die Pflanzen insgesamt gesünder und sind resistenter gegen Stress. Das fördert das Wachstum und bringt eine gute Ernte auf den Weg. Beim T34 Wirkstoff handelt es sich um einen Pilz, der in der Lage ist, das Immunsystem zu stärken. Als solches kann es nicht nur die Wurzeln, sondern auch die Blätter der Pflanzen schützen, sofern man es spritzen würde. Doch noch sind längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und Xilon nicht überall in Europa, Afrika und Asien im Einsatz. Doch das kann kommen und wäre auf alle Fälle besser für die Umwelt als viele andere Pflanzenschutzmittel, die mehr Schaden als Nutzen anrichten.
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Steht die konventionelle Landwirtschaft vor dem Aus?

Nachweislich erwirtschaften Bio-Landwirtschaftsbetriebe höhere Erträge als konventionelle Landwirtschaftsbetriebe. War es das also für die konventionelle Landwirtschaft oder gibt es noch einen anderen Weg?

Laut Plänen der Bundesregierung soll die Fläche für ökologische Landwirtschaft in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Und die Zahlen geben ihr Recht, denn tatsächlich haben ökologisch geführte Landwirtschaftsbetriebe in Sachen Verdienst die Nase vorn. Wie sich das genau in Zahlen ausdrückt, das hat für das Wirtschaftsjahr 2018/2019 das Thünen-Netzwerk festgehalten. Demnach konnten die Betriebe ein durchschnittliches Einkommen in Höhe von 37.447 Euro erwirtschaften. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr zwar einem Rückgang um 6 Prozent. Allerdings ist der Ertrag immer noch höher als der der konventionell geführten Landwirtschaftsbetriebe. Die konnten sich demnach nur über ein Einkommen von 27.453 Euro freuen. Jeweils bezogen auf den reinen Gewinn. Das macht ein Minus von satten 17 Prozent aus gegenüber des Vorjahres. Der Grund ist bei dieser Erhebung wohl hauptsächlich in dem ertragsarmen Sommer zu finden, in dem die Hitze große Teile der Ernte zerstört hat. Trotzdem geben die Zahlen zu denken, denn in den Segmenten gibt es erhebliche Gewinnunterschiede. Sehr zum Nachteil der konventionellen Betriebe.

Bleiben konventionell geführte Betriebe trotzdem krisensicher?

Da stellt sich die Frage, ob es sich für diese Betriebe lohnt, hin zur ökologischen Landwirtschaft umzustellen? Das lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn so eine Umstellung kostet ebenfalls viel Geld. Helfen würde es schon, wenn bei der nächsten Ernte das Wetter mitspielt und die Preise für Milch nicht weiter in den Keller fallen. Auch die steigenden Kosten für Futtermittel sind für viele Betriebe nur noch schwer zu schultern. Es bleibt deshalb abzuwarten, wie sich die Zahlen in den kommenden Jahren entwickeln werden. Schon jetzt steht fest, dass sich wohl nicht alle Landwirtschaftsbetriebe von der Krise erholen. Vor allem deshalb nicht, weil durch Corona schon die nächste Krise mitten in der Tür steht.

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EU-Urteil sorgt für Diskussionsstoff: Halal ist nicht Bio

Ein EU-Urteil hat Muslime und Juden in Aufruhr versetzt. Es besagt, dass geschächtetes Fleisch kein Bio-Siegel tragen darf. Es würde nicht höchsten europäischen Anforderungen an den Tierschutz entsprechen.

Halal oder koscher, aber nicht Bio. Der Europäische Gerichtshof hat vor kurzem ein Urteil gefällt, das viele Menschen islamischen und jüdischen Glaubens verärgert hat. Ihr rituell geschlachtetes Fleisch verdient demzufolge das Bio-Siegel nicht.

Kein Bio-Siegel für geschächtetes Fleisch

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass geschächtetes Fleisch das Bio-Siegel nicht bekommen darf. Als Grund nennen die Richter die Schlachtung ohne jegliche Betäubung. Diese sei nicht vereinbar mit den hohen europäischen Anforderungen an den Tierschutz.

Sowohl Vertreter des jüdischen als auch des islamischen Glaubens wehren sich vehement gegen dieses Urteil. Sie empfinden es als einen Schlag ins Gesicht der gesamten Glaubensgemeinschaft. Sie argumentieren damit, dass eine Bio-Zertifizierung ausschließlich von der Art der Tierhaltung, der Nahrung und der Transportbedingungen abhängen dürfe.  Ihre Art der Schlachtung sei nicht schlechter als die konventionelle.

EU-Urteil kritisiert Schlachtung ohne Betäubung

Mit dem gefällten Urteil spricht sich der Europäische Gerichtshof gegen das Schlachten ohne Betäubung aus, die Tiere dadurch extrem leiden. Die rituelle Schlachtmethode schließt das Bio-Siegel somit aus.

Wer sich ein wenig genauer mit dem Thema Schlachtung auseinandersetzt, weiß, dass auch die Schlachtung unter Betäubungsmitteln nicht immer so verläuft wie vorgesehen. Oft werden Tiere nur halb betäubt oder erleben die Schlachtung sogar bei vollem Bewusstsein mit. Dies kommt vor. Generell sollte der Fleischkonsum eingeschränkt werden – egal, ob Bio oder nicht. Dieser Schritt allein wäre im Sinne der Umwelt. Es ist gar nicht notwendig, vollständig darauf zu verzichten. Aber die Menge zu reduzieren, könnte schon viel bewirken.

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