Bio boomt auch weiterhin

Bio-Produkte nehmen einen wachsenden Raum in den Supermarktregalen ein und nicht nur da, auch immer mehr Restaurants entscheiden sich bewusst für saisonale und regionale Bioküche. Von den Produzenten ist hier ein Umdenken gefragt, denn der Markt wächst stetig und bietet großes Potenzial.

33.700 Betriebe bewirtschafteten im Jahr 2019 eine Gesamtfläche von 1,62 Millionen Hektar Ackerland in Deutschland. Schätzungen zufolge lag dabei die Fläche für Bio-Ackerland bei etwa 40 Prozent. Tendenz steigend. Um sich besser zu organisieren, schlossen sich die Hälfte der Bio-Betriebe zu einem Verband zusammen. Dabei machten sie unterm Schnitt einen größeren Flächenanteil aus als die Betriebe, die nach EU-Richtlinien wirtschafteten. Nach wie vor wechseln immer mehr Betriebe zur Bio-Produktion. Die ist zwar strengen Regeln unterworfen und somit deutlich aufwendiger als in der normalen Landwirtschaft, allerdings fallen die Gewinnmargen höher aus und somit ist das Geschäft lohnenswerter. Ein schöner Pluspunkt, wenn nicht ausschließlich Umweltaspekte bei der Landwirtschaft eine Rolle spielen sollen.

Immer mehr Bauern machen Bio

Die Zeichen stehen also auf Bio. Allein für das Jahr 2019 hieß das, dass fünf Betriebe im Durchschnitt einen Wechsel vollzogen haben weg von der normalen hin zu biologischer Landwirtschaft. Diese Zahlen gehen aus einer Erhebung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (kurz AMI) hervor. Und der Handel trägt diesen Zahlen Rechnung, denn die Nachfrage nach Bio-Produkten in den Regalen steigt und steigt. So besteht das Segment Obst- und Gemüse in gängigen Supermarktketten schon jetzt etwa zur Hälfte aus Bio-Produkten. Meist noch als Alternative zu den herkömmlichen Angeboten die oft weitere Wege zurücklegen, ehe sie im Einkaufswagen landen dürfen. Das gilt insbesondere für Tropenfrüchte oder nicht saisonales heimisches Obst und Gemüse. Deshalb sollten saisonale und regionale Produkte stets bei der Auswahl des Einkaufs im Vordergrund stehen für den Vebraucher.

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Der erste Bio-Staat der Welt

Über Umweltschutz wird hierzulande viel diskutiert. Doch wer seinen Blick nach Indien richtet, wird begeistert sein, wie der Umweltschutz dort in einer ganz speziellen Region gelebt wird. Der erste Bio-Staat zeigt, dass eine vollkommen ökologische Landwirtschaft tatsächlich möglich ist.

Landwirtschaft ohne chemische Dünger und Pestizide – das wird bereits im Nordosten Indiens praktiziert und trägt Früchte. Der erste Bio-Staat der Welt lenkt die Blicke der großen Nationen auf sich. Ob diese Art des Anbaus auch für Deutschland eine Alternative sein könnte?

Sikkim – eine Region in Nordostindien als Vorreiter für die ganze Welt

Wie ist es gelungen, in Sikkim absolut ökologische Landwirtschaft zu betreiben? Am Anfang stand ein Beschluss, der besagte, dass in der gesamten Region Sikkim mit mehr Rücksicht auf Natur und Umwelt gewirtschaftet werden soll. Es war geplant, dass in Sikkim ausschließlich Öko-Landwirtschaft betrieben werden sollte. Inzwischen ist dies seit 2016 auch der Fall. In ganz Sikkim verzichten die Bauern auf Kunstdünger und Pestizide. Sie arbeiten nur noch mit organischen Düngemitteln und pflanzlichen Insektenschutzmitteln. Auf Gentechnik wird ebenfalls vollkommen verzichtet. Alle 66.000 ansässigen Bauern arbeiten nach den geltenden Regeln, die den Einsatz der chemischen Mittel verbieten.

Strafen bei Nichtachtung

Die Umstellung in Sikkim erfolgte schrittweise. Natürlich gab es auch bei diesem Projekt Startschwierigkeiten, die sowohl auf Seiten der Landwirte als auch auf Seiten der Kunden auftraten.

Nachdem seit 2016 völlig auf künstliche Düngemittel verzichtet wird, kam es anfangs zu schlechten Ernten, weil den Böden wichtige Nährstoffe fehlten. Der Einsatz der künstlichen Dünger kam trotzdem nicht in Frage, da er empfindliche Geldbußen nach sich zog und immer noch zieht. Als sich die Böden jedoch wieder erholt hatten, stiegen auch die Erträge wieder an.

Problem Kundschaft

Viele Experten raten zu einem grundsätzlichen Umdenken auf beiden Seiten. Rein ökologische Landwirtschaft hat nur dann eine Chance, wenn auch die Kunden bereit sind, ihren Anteil zum Gelingen beizutragen. Sie müssen bereit sein, für ökologisch angebaute Produkte etwas mehr zu bezahlen. Außerdem sehen diese oft nicht ganz so perfekt aus, wie die künstlich gezüchteten Produkte. Manchmal sind sie kleiner, begeistern aber durch einen intensiven Geschmack.

Wahrscheinlich ist es ein Lernprozess, dem sich die Verbraucher stellen müssen, um der ökologischen Landwirtschaft langfristig zum Erfolg zu verhelfen.

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