Mobbing: Bauernkinder werden immer häufiger Opfer

Immer mehr Bauernkinder werden Opfer von Mobbing-Attacken. Doch nicht selten ist pure Unwissenheit der Grund. Aufklärung könnte das Mobbing verhindern.

In Zeiten, in denen Klima- und Umweltschutz täglich in den Medien thematisiert werden, kommt es immer häufiger dazu, dass Bauernkinder in ihrem sozialen Umfeld, vor allem auch in der Schule, angegriffen werden. Oft werden deren Eltern als Betreiber eines Hofes beschimpft und für vieles verantwortlich gemacht.

Schlagworte wie „Massentierhaltung“ als Mobbing-Motive

In der vergangenen Zeit ist es vermehrt vorgekommen, dass Bauernkinder in Kindergarten und Schule von anderen Kindern angegriffen wurden. In einigen Fällen entwickelten sich derartige Anfeindungen zu regelrechtem Mobbing. Mitschüler machten die Eltern der Bauernkinder für Massentierhaltung und Umweltgefährdung verantwortlich. Dies ging teilweise soweit, dass sich die Kinder für ihre eigene Herkunft schämten und diese leugneten.

Um solche Anfeindungen bereits im Vorfeld zu verhindern, könnte Aufklärung der richtige Weg sein. Einige Eltern betroffener Kinder hatten die Idee, die Schulklasse auf ihren Hof einzuladen, um die tatsächlichen Zustände vor Augen zu führen. Denn oftmals entsteht derartiges Mobbing aus schlecht kommuniziertem Halbwissen, das die Medien Tag für Tag verbreiten, ohne dabei Rücksicht auf die Landwirte zu nehmen.

Wegen Mobbing den elterlichen Hof nicht übernommen

Obwohl echtes Mobbing glücklicherweise noch recht selten vorkommt, leiden die betroffenen Bauernkinder meist ein Leben lang unter den Folgen. Sie verleugnen ihre Herkunft und versuchen, in Großstädten anonym Fuß zu fassen. Bei manchen war das Mobbing gar der Grund, warum der elterliche Hof nicht übernommen wurde.

Um dem vorzubeugen, müssen die Anzeichen frühzeitig erkannt und entsprechend gehandelt werden. Doch auch dies ist nicht einfach. Wann ist die Grenze zwischen normalen Streitigkeiten und echtem Mobbing erreicht? Oft hilft es den Kindern bereits, wenn sie die Unterstützung ihrer Eltern durch aufbauende Worte und viel Zuwendung erfahren.

Auch die Presse sollte zukünftig verantwortungsvoller mit solchen Themen umgehen und jeweils beide Seiten betrachten. Nur so lässt sich vermeiden, dass Bauernkinder weiterhin durch Unwissen zu Opfern werden.

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Woher kommen Fleisch & Gemüse: Mit der Kita auf den Bauernhof

Das Projekt „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ bringt Schulkindern das Thema Landwirtschaft näher. In Hessen versucht man mit „Lernfeld Landwirtschaft“ jetzt ein noch etwas jüngeres Publikum ansprechen.

In Hessen startet erstmalig das Projekt „Lernfeld Landwirtschaft“. Gemeinsam mit der Kreisbeigeordneten Susanne Simmler und der Präsidentin vom Landfrauenverband Hessen soll die Verbindung von Kitas und Höfen der Umgebung dafür sorgen, den Jüngsten das Landleben näher zu bringen.

Gemüse wächst auf dem Feld, nicht in der Kühltheke

Das „Lernfeld Landwirtschaft“ stellt eine Weiterentwicklung vom Schulprogramm „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ dar. Ziel ist es, den Kindern auch schon im Kindergarten die Produktionswege in der Landwirtschaft näher zu bringen. Sie sollen lernen, wie Gemüse auf den Feldern angebaut und geerntet wird aber auch, wo die Milch und das Fleisch herkommen. Für diese Idee konnten die Initiatorinnen bereits über 40 Höfe gewinnen die bereitwillig ihre Tore öffnen, um den Jüngsten ihre Produktionsstätten zu zeigen. Erste Betriebe konnten hier schon positive Erfahrungen sammeln, andere sind zum ersten Mal dabei. Dabei kann die Zusammenarbeit ganz unterschiedlich ausfallen. Mal machen die Kitas einzelne Tagesausflüge aufs Land. Dann wieder gibt es Projekte, die über einige Wochen oder Monate ausgelegt sind. Je nach Entfernung zu den teilnehmenden Höfen und Verfügbarkeit des Personals.

Entlastung schaffen durch Fachpersonal

Das neue Projekt dient als Ergänzung zum Programm „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ und steht dazu nicht in Konkurrenz, betonen die Verantwortlichen. Neben dem Ausflugscharakter gehe es darum, Basiswissen in Sachen Ernährung bei den Kindergarten und Schulkindern zu schaffen und auszubauen. Da Landwirte allerdings häufig mit den Aufgaben überlastet sind, sollen künftig speziell ausgebildete Personen die Führungen übernehmen und den Kleinen alle Fragen zu den Produktionsstätten, den Tieren und Pflanzen fachkundig sowie pädagogisch versiert beantworten. Das entlastet nicht nur die Erzieherinnen, sondern eben auch die Betriebe. Eine zusätzliche Motivation für alle Beteiligten und ein wertvoller Lerneffekt.

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