Wahl-Check des Bauernverbandes zur Bundestagswahl 2017

Für Wähler ist es nicht immer leicht, aus dem umfangreichen Wahlprogramm der einzelnen Parteien das herauszufiltern, was den eigenen Interessen am nächsten kommt. Für die speziellen Bedürfnisse von Landwirten hat der Bauernverband eine an den Wahl-O-Mat angelehnte Lösung online gestellt.

In der Politik ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich jede Partei bemüht, sich möglichst nah an den Wünschen der Wähler zu orientieren. Da es aber nun mal viele Meinungen und noch mehr Interessen gibt, wachsen die Wahlprogramme gefühlt ins Unermessliche.

Agrarpolitische Vorstellungen der Parteien

Spezielle Themen wie die Agrarwirtschaft stehen zwar auf den meisten Agenden, doch für unerfahrene Wähler ist es trotzdem schwer, alle Details im Überblick zu behalten. Für Mitglieder des Bauernverbands gibt es deshalb den Agrar-Wahl-Check. Durch ihn haben Interessierte die Möglichkeit, alle Wahlprogramme der Parteien hinsichtlich der Agrarpolitik abzugleichen. Eingespeichert sind alle, von der CDU/CSU über die SPD bis zur FDP und den Grünen.

Der Check funktioniert wie der „Wahl-O-Mat“ der „Bundeszentrale für politische Bildung“. Er misst, welche Partei am ehesten den eigenen Interessen entgegen kommt. Als Messlatte wurden Fragen entwickelt, die der Nutzer beantworten muss. Nach etwa 10 Minuten ermittelt der Online-Wahl-Check dann, welche Partei das Rennen macht.

Hilfe bei der Entscheidungsfindung

Dafür sind zwei Schritte notwendig. Zunächst geht es darum, die eigene Stellung zu insgesamt 33 Thesen aus der Agrarpolitik zu manifestieren. Es gibt jeweils drei Antwortmöglichkeiten, nämlich „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“. Danach bekommt der Nutzer seine persönliche Stellung mitgeteilt und kann diese direkt mit den Wahlprogrammen der Parteien vergleichen. Im Vergleich wird für den Nutzer dann deutlich, bei welcher Partei es die meisten Übereinstimmungen gibt und wo es die meisten Unterschiede vorzufinden sind.

Das hilft bei der politischen Entscheidungsfindung und spart enorm Zeit, die sich schließlich sinnvoller nutzen lässt. Ob man das Ergebnis dann auch 1 zu 1 umsetzt, oder sich dadurch lediglich weiter helfen lässt, bleibt dann aber jedem am Ende selbst überlassen.

Den Online-Wahl-Check können Nutzer noch bis zu den Wahlen Ende September durchführen und zwar auf der Webseite des Bauernverbands unter: http://www.bauernverband.de/wahl-check.

Woher kommen Fleisch & Gemüse: Mit der Kita auf den Bauernhof

Das Projekt „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ bringt Schulkindern das Thema Landwirtschaft näher. In Hessen versucht man mit „Lernfeld Landwirtschaft“ jetzt ein noch etwas jüngeres Publikum ansprechen.

In Hessen startet erstmalig das Projekt „Lernfeld Landwirtschaft“. Gemeinsam mit der Kreisbeigeordneten Susanne Simmler und der Präsidentin vom Landfrauenverband Hessen soll die Verbindung von Kitas und Höfen der Umgebung dafür sorgen, den Jüngsten das Landleben näher zu bringen.

Gemüse wächst auf dem Feld, nicht in der Kühltheke

Das „Lernfeld Landwirtschaft“ stellt eine Weiterentwicklung vom Schulprogramm „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ dar. Ziel ist es, den Kindern auch schon im Kindergarten die Produktionswege in der Landwirtschaft näher zu bringen. Sie sollen lernen, wie Gemüse auf den Feldern angebaut und geerntet wird aber auch, wo die Milch und das Fleisch herkommen. Für diese Idee konnten die Initiatorinnen bereits über 40 Höfe gewinnen die bereitwillig ihre Tore öffnen, um den Jüngsten ihre Produktionsstätten zu zeigen. Erste Betriebe konnten hier schon positive Erfahrungen sammeln, andere sind zum ersten Mal dabei. Dabei kann die Zusammenarbeit ganz unterschiedlich ausfallen. Mal machen die Kitas einzelne Tagesausflüge aufs Land. Dann wieder gibt es Projekte, die über einige Wochen oder Monate ausgelegt sind. Je nach Entfernung zu den teilnehmenden Höfen und Verfügbarkeit des Personals.

Entlastung schaffen durch Fachpersonal

Das neue Projekt dient als Ergänzung zum Programm „Der Bauernhof als Klassenzimmer“ und steht dazu nicht in Konkurrenz, betonen die Verantwortlichen. Neben dem Ausflugscharakter gehe es darum, Basiswissen in Sachen Ernährung bei den Kindergarten und Schulkindern zu schaffen und auszubauen. Da Landwirte allerdings häufig mit den Aufgaben überlastet sind, sollen künftig speziell ausgebildete Personen die Führungen übernehmen und den Kleinen alle Fragen zu den Produktionsstätten, den Tieren und Pflanzen fachkundig sowie pädagogisch versiert beantworten. Das entlastet nicht nur die Erzieherinnen, sondern eben auch die Betriebe. Eine zusätzliche Motivation für alle Beteiligten und ein wertvoller Lerneffekt.

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Roboter in der Landwirtschaft sind heute schon Realität

Melkroboter, die die Kuh melken. Unkrautziehen per Feldroboter und Drohnen, die die Ernte überwachen. Was klingt wie Science Fiction ist heute schon in vielen landwirtschaftlichen Betrieben schon heute Realität. Roboter erleichtern die Arbeit, machen sie effizienter und sind darüber hinaus noch zuverlässiger, als das der Mensch leisten kann.

Wo früher noch der Bauer mit dem Schemel gesessen hat zum Kühe melken, stehen heute längst moderne Maschinen, die diese Arbeit übernehmen. Und die schaffen nicht nur viel mehr Milch in viel kürzerer Zeit, sie können auch gleich noch deren Qualität überprüfen. Speziell für große Betriebe mit vielen Milchkühen bedeuten die Melkroboter eine enorme Arbeitserleichterung und gleichzeitig auch einen Gewinn, denn auf diese Weise wird der Absatzweg für die Milch enorm verkürzt – das spart Geld.

Hilfe bei Tierhaltung und Feldarbeit

Doch nicht nur bei der Tierhaltung im Stall findet sich heute schon wie selbstverständlich modernste Robotertechnologie, auch auf dem Feld ist sie kaum mehr wegzudenken. Der Roboter Bonirob zum Beispiel kann den Stickstoffgehalt der Pflanzen überprüfen und erkennt damit Düngebedarf und Nährstoffbedarf. Dadurch entsteht kein Mangel, der eine ganze Ernte gefährden kann. Und der nicht-menschliche Feldhelfer kann noch mehr. Er ist mit feinsten Sensoren ausgestattet, die auch Unkraut erkennen und kann es direkt danach vernichten. Dadurch haben die Pflanzen mehr Platz und gedeihen noch besser.

Alles im Blick in der Luft und zu Boden

Drohnen sind der neuste Coup der Entwickler. Anders als der Feldroboter überfliegen sie große Areale und messen von oben den Zustand der Pflanzen und des Bodens. Sie melden dann selbstständig den Bedarf und zwar entweder per App an den Bauern direkt, der dann einschreiten kann oder an einen Feldroboter, der den Düngebedarf ausgleicht oder die Pflanzen mit Wasser versorgt, sofern die Drohne das als notwendig erachtet. In Frankreich sind erste Drohnen bereits erfolgreich im Einsatz, zunächst als Leihgabe der Entwicklerfirma an die Bauern.

Die Drohnen können allerdings noch nicht alles messen, sie konzentrieren sich auf den Stickstoffgehalt im Boden. Der Vorteil hier ist nicht nur die genaue Messtechnik sondern auch die Tatsache, dass eine Drohne ein sehr großes Gebiet ständig zuverlässig überwachen kann. Für Landwirte mit einem großen oder mehreren kleinen Betrieben eine wichtige Hilfe, denn oft liegen die Felder weit auseinander und sind nicht immer gleich zu erreichen und ständig selbst zu überprüfen.

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Lämmchen aus dem Plastikbeutel?

US-Forscher haben erstmals eine spezielle Form der künstlichen Gebärmutter an Lämmern getestet und konnten diese darüber tatsächlich versorgen und aufpäppeln. Doch es gab auch Komplikationen…

Die Nabelschnur verbunden mit einer Maschine, welche regelmäßig Sauerstoff und lebenswichtige Nährstoffe zuführt. Der Leib eingepackt in einen Plastiksack, so werden Lämmchen neuerdings auf den Start ins Leben vorbereitet. Es klingt wie Science Fiction, was die amerikanischen Forscher dort auf den Namen Biobag tauften.

Den Beutel tauften die Forscher Biobag.

Für den Versuch entbanden sie die Lämmer nach 105 bis etwa 120 Tagen per Kaiserschnitt aus dem Leib ihrer Mütter. Dann schlossen sie sie sofort mit der Nabelschnur an die künstliche Versorgung an und legten sie in den flüssigkeitsgefüllten Beutel.

Der Beutel selbst stellte die Gebärmutter dar mit einer fötalen Lösung, die regelmäßig ausgetauscht wurde. Das Blut der Lämmer ging dann über die Nabelschnur zur künstlichen Plazenta, die die Versorgung übernahm. Die funktionierte nicht mit einer Pumpe, sondern durch ein spezielles patentiertes System, welches die Entwickler „extrakorporales Lebenserhaltungssystem“ tauften. Durch den geringen Druck liefen die Lämmer so nicht Gefahr, dass ihr Herz dem sonst üblichen Pumpdruck nicht standhält.

Knapp 4 Wochen verblieben die Lämmer in den Beuteln, in denen sie heranwuchsen, Fell entwickeln und sogar ein Schlaf-und Wach-Rhythmus erkennbar war. Trotzdem gab es einige Hürden bei der Aufzucht, schwere Schäden an Herz oder Gehirn der Tiere stellten sich aber nicht ein. Die Forscher hinter dem umstrittenen Projekt verbuchen es dennoch als Erfolg, ob der Tierhaltung damit wirklich geholfen wird – nicht wenige zweifeln. Für die Rettung von Frühgeburten dürfte ein Landwirt für die Entwicklung dankbar sein, der Gedanke das dieser Vorgang Standard für die Aufzucht von Lämmer werden könnte, dürfte allerdings erschreckend sein.

 

Der größte Bauernhof angesiedelt in einer Stadt: Uit Je Eigen Stad, Rotterdam

Eine gewissermaßen urbane Farm gibt es in Rotterdam in den Niederlanden. “Uit Je Eigen Stad” gilt als der größte innerstädtische Bauernhof Europas. Übersetzt heißt der Markenname und Betrieb “Aus der eigenen Stadt” und gibt damit implizit zu verstehen, worum es bei dem Konzept geht. Auf rund zwei Hektar wird in dem innovativen Hof-Projekt Gemüse im Freiland bzw. unter Glas angebaut.

Darüber hinaus werden Hühner gehalten. Es gibt ein eigenes Restaurant mit biologischer Speisekarte, dazu ein Lebensmittel-Geschäft und eine Aquaponik-Anlage. Wer das nicht kennt, das ist eine Fischzucht in Aquakultur und zur Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet. Konkret ist das ein geschlossener Wasser- und Nährstoff-Kreislauf, der mit voll automatisierten Abläufen bewirtschaftet wird. Natürlich darf ein regelmäßiger Wochenmarkt auf dem Gelände von Uit Je Eigen Stad nicht fehlen. Landwirt Huibert de Leede beschreibt das zukunftsträchtige Projekt:

Kostenlose Broschüre: Innovative Ideen für die Landwirtschaft

Die österreichische Jungbauernschaft hat eine Broschüre herausgebracht, in der sie kreative und innovative Ideen rund um die Landwirtschaft vorstellt. Sie steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

in der Broschüre „Innovative Ideen für die Landwirtschaft“ werden unteranderem verschiedene Vermarktungskonzepten wie Genossenschaften, Food Coops bis hin zu Finanzierungswegen über Crowd Funding vorgestellt. Zu den einzelnen Konzepten gibt es jeweils Beispiel aus der Praxis und auch die Kontaktinformationen zu den Betrieben, die die jeweiligen Modelle erfolgreich umgesetzt haben.

Da wäre etwa der Biohof Adamah, der mit der Zustellung von Bio-Kisten in Österreich bereits seit einiger Zeit erfolgreich ist. Ekkehard Lughofer, von Adamah, kann eine wachsende Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten bestätigen und den Landwirten nur raten, die Vermarktung ihrer Produkte selbst in die Hand zu nehmen, statt an Zwischenhändler oder dem Handel zu verkaufen.

Wichtig für den Erfolg sind natürlich auch die Themen Internet im Allgemeinen und soziale Medien im Besonderen. Mit etwas Unterstützung oder der Zeit sich selbst einzuarbeiten ist ein Webshop heute etwa keine Kunst mehr. Eine Facebookseite zu betreiben erst recht nicht mehr. Schließlich sei auch die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte längst im Jahr 2017 angekommen, so Jungbauern-Obmann Kast. Recht hat er.

Die Broschüre „Innovative Vermarktungsformen für die Landwirtschaft“ können interessierte Landwirte über das Büro der Österreichischen Jungbauernschaft per E-Mail unter office@jungbauern.at oder telefonisch unter 01/505 81 73 13 bestellt werden. Oder man lädt die Broschüre hier herunter.

MooCall – Sensor informiert Landwirte über bald kalbende Kühe

Die moderne Technik hat längst auch Einzug in die Landwirtschaft gehalten, das beweist auch das neuste Gadget, initiiert durch den Mobilfunkriesen Vodafone. Der Betreiber sorgt für die Vernetzung eines speziellen Sensors, der sich am Schwanz der Kuh befindet. Der soll signalisieren, wann eine Geburt bevorsteht und so dem Bauer die regelmäßigen Kontrollen erleichtern.

„Internet of Things“ nennen die Experten Produkte, die die virtuelle Welt mit der realen Welt vernetzen und so das Leben einfach ein Stück weit praktikabler machen. Der neuste Coup ist der so genannte „MooCall-Sensor“. Der hängt am Schwanz der Kuh und gibt dem Bauern dank perfekter Vernetzung Bescheid, wann die Kuh bereit ist zu gebären. So erhält dieser schnell die gewünschte Information, spart sich viel Zeit und Unsicherheiten. Das macht die Geburt risikoärmer und das, wenn nötig, direkt auf der Kuhweide oder im warmen Stall.

Eine Geburt im Blick

Bislang galt das Leben auf einem Bauernhof als sehr bodenständig, einfach und voller Handarbeit. Die Felder müssen bestellt, das Vieh gepflegt und versorgt werden. Doch längst ist auch die moderne Technik angekommen, mitten in der Landwirtschaft, genauer im Kuhstall. Dort sollen künftig empfindliche Sensoren dabei helfen, den Geburtsvorgang rechtzeitig anzuzeigen und die nötigen Informationen direkt auf das bäuerliche Smartphone zu senden. Das ist entweder via SMS oder Mail möglich, auch eine eigene App steht zur Verfügung.

Damit das gelingt hat sich der Netzbetreiber Vodafone eingeklinkt und sorgt für die nötige Informationsweitergabe. Und die ist ganz schön umfangreich. In jeder Sekunde kann der kleine Sensor 600 Daten messen und auswerten. Erst wenn die Geburt kurz bevorsteht und sich die Wehen intensivieren, meldet das Gerät den Vorgang eigenständig, sendet einen „MooCall“. Reagiert der Bauer nicht sofort, bekommt er eine Stunde vor Beginn der Geburt einen Alarm, die letzte Möglichkeit schnell zu reagieren und der Kuh, wenn nötig, Geburtshilfe zu leisten.

Erfunden hat das Ganze Niall Austin und zwar bereits im Jahr 2010. Der ärgerte sich über den Verlust eines Kalbs, weil er nicht rechtzeitig zur Geburt da sein konnte und so auch nicht erkannte, dass es Komplikationen gab. Deshalb gründete er gemeinsam mit Emmet Savage und Michael Stanley MooCall und holte sich mit der GSM-Technologie von Vodafone einen starken Partner mit ins Boot.