Was bedeutet Keyline Design in der Landwirtschaft?

Unter dem Begriff Keyline Design fassen Umweltexperten das Vermögen einer Landschaft, Wasser zu speichern und zu den höher gelegenen Gebieten weiterleiten zu können, zusammen. Ein wichtiger Punkt, um Ernte zu sichern und die Natur standhafter für längere Hitzeperioden zu machen.

Keyline Design meint kein spezielles Produkt für die Gestaltung von Landschaften, es meint einen Ansatz zur Umgestaltung. In vielen Gebieten zeigt sich nämlich das gleiche traurige Bild. Nutzflächen veröden zur Steppe, Ernten gehen ein oder müssen kostspielig künstlich bewässert werden und die Tiere finden auch keinen Schutz mehr. Das Problem zeigt sich beim Blick auf Luft- oder Drohnenbilder.

Zu viel oder zu wenig Wasser?

Meist entsteht dadurch ein erster guter Einblick darüber, wo Tief- und wo Höhenpunkte eines bestimmten landwirtschaftlichen Gebiets liegen. Die Höhen erhalten in starken Hitzeperioden kaum Wasser, da dies tief im Boden versickert. In den flachen Arealen, den „Tälern“ hingegen kann der Boden das Wasser länger speichern. Das hat für Pflanzen Vor- und Nachteile. Sie bekommen nun zwar ausreichend Wasser und damit Nährstoffe, doch manchmal ist es auch zu viel des Guten. Dann überschwemmen die Gebiete und das Wasser kann gar nicht effektiv aufgenommen werden. Eine geschickte Verteilung muss also her, um das Problem zu beheben und das Wasser besser zu verteilen. Keyline Design zeigt, wie es geht.

Keyline Design hilft bei einer gerechten Ressourcenverteilung

Nachdem die Drohnenbilder ausgewertet wurden, legen Experten fest, welche Keylines oder Keypoints es in dem jeweiligen Gebiet gibt. Auf dieser Grundlage entsteht ein Plan, der nicht nur die Keylines allesamt festhält, sondern sich auch auf Details wie die Bewirtschaftungsfläche konzentriert. So weiß der Landwirt, wo seine Traktorenwege sind und wo sich Anpflanzungen lohnen. Anschließend werden ungünstige Gebiete neu geplant, indem zum Beispiel Retentionsbecken, Gräben und Gehölze Einzug erhalten, um besser mit dem Regenwasser zu haushalten und eine gerechtere Verteilung der wertvollen Ressourcen zu gewährleisten.

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Stress bei Nutztieren – Neue Erkennungsmethoden

In der Landwirtschaft stellt sich die Frage wie es sich vermeiden lässt, dass Nutztiere in Stress geraten. Schuld sind neben schlechten Haltungsbedingungen auch unzureichende Ernährung, Ruhe und zu viele Tiere. Da diese bekanntlich nicht sprechen können, hilft jetzt die Wissenschaft weiter.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (kurz BLE) hat ein Verbundprojekt gestartet in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tierschutz und Tierhaltung (kurz FLI-ITT), um den Stresspegel bei Nutztieren näher zu untersuchen. Das ist ein wichtiges Thema, denn viel Stress führt zu schlechten Erzeugnissen bei Eiern, Milch und Fleisch. Deshalb lohnt es sich, die Bedingungen vor Ort in den Betrieben zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verbessern. Zum Wohle des Tieres und zum besseren Einkommen des Landwirts.

Haargenau messen und auswerten

Die Grundlage der Untersuchung bildet die Bestimmung der Stresshormone bei Schweinen und Rindern. Dieses nennt sich Cortisol und es lässt sich in den Haaren und Federn der Tiere nachweisen. Auf diese Weise finden nicht nur große Nutztiere einen Platz in der Studie, sondern auch Kleintiere wie Puten und Hühner. Anhand der Proben können die Wissenschaftler nun bestimmen, wie hoch der Stresspegel ist.

Stress ist individuell

Grundsätzlich lässt sich dazu festhalten, dass das Empfinden von Stress beziehungsweise die Entstehung davon eine individuelle Einschätzung ist. Für manche Tiere ist es stressig, allein gehalten zu werden, wieder andere haben zu viele Artgenossen auf zu kleinem Raum zu beklagen. Auch die falsche Ernährung, eine unzureichende Beleuchtung oder häufige Unruhe können als störend erlebt werden.

Stress vermeiden lernen

Neben den rein individuellen Empfindungen sind die Folgen von Stress beim Tier ausgesprochen vielfältig. Von Verhaltensauffälligkeiten bis zur Reduzierung der Milchgaben, häufige Krankheiten und frühzeitiger Tod ist alles möglich. Mit dramatischen Folgen für den Landwirtsbetrieb. Deshalb ist es wichtig, den Stress zu erkennen um frühzeitig entgegensteuern zu können. Ob dies ohne aufwendige Laboruntersuchungen künftig möglich sein wird, das steht noch nicht fest.

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Lupinenanbau als neue Chance für Landwirte?

Die bewusste Entscheidung vieler Menschen, die eigene Ernährung umzustellen, könnte für Landwirte vielleicht neue Perspektiven eröffnen. Denn vegetarische und vegane Ernährung stehen hoch im Kurs.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, ist ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den eigenen Speiseplan zu bereichern. Lupinen könnten dabei helfen, den täglichen Nährstoffbedarf abzudecken.

Lupine als Nährstoffquelle

Immer mehr Landwirte entschließen sich dazu, auf ökologischen Anbau umzustellen. Es entstehen zahlreiche Bio-Höfe, die sich auch für außergewöhnliche Nutzpflanzen entscheiden. Der Anbau von Lupinen könnte bei der Umstellung in die engere Auswahl kommen, denn diese Nutzpflanzen sind äußerst vielseitig. Die Süßlupine enthält fast 40 Prozent Eiweiß und kommt damit auf einen ähnlich hohen Eiweißgehalt wie die Sojabohne. Damit wird die Süßlupine zu einer wichtigen Nährstoffquelle für Vegetarier und Veganer.

Das Lupinen-Eiweiß bringt außerdem viele wertvolle Aminosäuren mit. Auch die Samen der Nutzpflanze verfügen über wichtige Nährstoffe. Darin enthalten sind Vitamin E, Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium. Durch diese Vielfalt an unterschiedlichen Nährstoffen könnte die Lupine zu einer interessanten Alternative zur Soja-Bohne werden. Bislang wird die Süßlupine nur wenig angebaut. Meist wächst sie als Vorfrucht zum Wintergetreide, da sie die Wachstumsbedingungen dafür verbessert. Die Süßlupine sorgt für einen lockeren Boden, der mit Stickstoff und Phosphat angereichert ist. Dadurch wird später weniger Düngemittel notwendig.

Lupine ist nicht gleich Lupine. Die Samen der wilden Lupine sollten auf keinen Fall verzehrt werden, da sie schädliche Alkaloide enthalten. Bei den Kulturpflanzen wurden diese längst herausgezüchtet, sodass diese unbedenklich für den Verzehr sind.

Süßlupinen werden bereits zu verschiedensten Lebensmitteln verarbeitet. Sie werden zu Mehl, Kaffeeersatz, Nudeln, Aufstrichen oder Milch- und Fleischersatz. Wer auf eine glutenfreie Ernährung angewiesen ist, erhält mit der Süßlupine eine weitere Möglichkeit dafür.

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Drohnen sind nützliche Helfer in der Landwirtschaft

Heute benutzen Landwirte für ihre Arbeit auf dem Feld nicht nur Traktoren und Mähdrescher, es kommen auch modernste Drohnen zum Einsatz. Und sie haben vielerlei Nutzen. Sie können nicht nur Rehkitze orten, sie können sogar Düngemittel abwerfen und den Pflanzenbestand kontrollieren. Gründe, warum die Nachfrage nach diesen neuen Superhelfern stetig steigt.

Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom im Auftrag des Bauernverbands nutzte im Jahr 2018 bereits jeder zehnte Bauer für seine Arbeit auf dem Feld Drohnen. Heute dürfte sich diese Zahl noch einmal deutlich nach oben korrigiert haben. Und das hat viele Gründe, denn Drohnen sind nicht nur dafür da, schöne Panoramabilder zu knipsen und Filme zu drehen. Sie können Bildanalysen durchführen, Tiere oder Menschen orten und sie können sogar Düngen und Insektenhelfer aussetzen, um auf natürliche Art und Weise den Schädlingen zu Leibe zu rücken. Deshalb ist es kein Wunder, dass Landwirte sich heute gezielt mit Hochleistungsdrohnen ausstatten, denn dadurch erleichtern sie sich ihre tägliche Arbeit auf den Feldern enorm. Wer morgens einmal seine Felder abfliegt, der benötigt für den Check der Pflanzen nur wenige Minuten, statt einer bis zwei Stunden mit dem Traktor.

Ein Einsatz, der Früchte trägt

Sind Pflanzen im Stress, weil ihnen Wasser oder Düngemittel fehlen, so erkennt das die Drohne und meldet den Bedarf an den Landwirt weiter. Der kann dann entweder gießen oder Düngemittel verteilen. Letzteres funktioniert ebenfalls über eine Drohne. Sie schafft den Transport von bis zu 16 Litern Düngemitteln in nur einem Flug. Außerdem kann sie das Mittel durch ihre hohe Lage viel besser und schneller verteilen, als dies vom Boden aus möglich wäre. Ob es was genützt hat, das erfährt der Bauer dann ebenfalls von den aktuellen Drohnenbildern der kommenden Tage. Das Aufspüren von Rehkitzen ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe. Jahr für Jahr sterben viele von ihnen, weil sie im dichten Gras versteckt hocken aus Angst vor den Traktoren. Wer sie vorher dank Drohne entdeckt, rettet wertvolle Leben. Und das sind nur einige der vielen Aufgaben, die dem Landwirt seine Arbeit einfacher machen.

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Moro für die Landwirtschaft

Moro ist ein Robotiksystem aus Software und Hardware, das dabei helfen soll die Arbeit in der Landwirtschaft zu optimieren, indem Roboter die Aufgaben der Menschen übernehmen. Langfristig soll sich das nicht nur für Großbetriebe, sondern auch für Familienunternehmen lohnen.

Die Abkürzung Moro stammt vom englischen Begriff Modular Robotics. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, modulare autonom arbeitende mobile Roboter (kurz AMRs) auf den Markt zu bringen. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Sie sollen Rasen mähen, ernten, aussäen und noch viele Aufgaben mehr übernehmen. Die Technologie wurde speziell für den Einsatz in der Landwirtschaft entwickelt. Gerade hier herrscht oft Fachkräftemangel. Die Arbeit ist hart und immer noch sind es überwiegend die Landwirte und ihre Hilfsarbeiter selbst, die sich um fast alles alleine kümmern müssen. Lange Hitzeperioden und nährstoffarme Böden erschweren ihre Arbeit. Zwar gibt es in einigen Bereichen wie der Molkerei der Kühe und beim Eiersortieren der Hühner mittlerweile automatische Lösungen mittels Computertechnik, allerdings ist die reine Feldarbeit immer noch überwiegend Handarbeit.

Wo Handarbeit nicht mehr ausreicht

Das soll sich dank Moro nun endlich ändern. Das Resultat sollen bessere Erträge, geringe Ausgaben für Personal und kürzere Arbeitseinsätze sein. Grundsätzlich können die Roboter, mit neuester Software ausgestattet, lernen können, gewisse Aufgaben selbst zu übernehmen. Sie mähen dann nicht nur den Rasen auf die optimale Länge, sie sollen auch beim Säen und Ernten eingesetzt werden können. Und das besser als der Mensch. Sie können Bodenproben analysieren und dementsprechend den Nährstoffbedarf ermitteln, wissen wie viel Wasser die Pflanzen brauchen und wann die beste Erntezeit ist. Dabei analysieren die Roboter stets Daten, die sie bei ihrer Arbeit sammeln und werten sie aus. Noch sind die Roboter nicht im Einsatz, doch der ist für zukünftige Aufgaben bereits fest eingeplant. Es wird sich zeigen, wer hier zugreift und die Arbeit tatsächlich einem Roboter übergibt oder doch selbst tätig wird.

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Mit Clever Farm effektiver wirtschaften

Um die Abläufe in landwirtschaftlichen Betrieben zu optimieren, könnten zukünftig auch Drohnen mit Clever Farm eingesetzt werden. Auf diese Weise könnten Daten gesammelt werden, um gezielt auf Veränderungen zu reagieren.

In vielen Bereichen ist künstliche Intelligenz bereits angekommen. Auch in Agrarunternehmen könnten die neuen Technologien viel bewirken und zu einer größeren Effizienz beitragen. Mit Hilfe von Drohnen könnten die Landwirte in Zukunft ihre Ackerflächen überwachen.

Daten sammeln für effizientere Arbeit

Das technische Startup Clever Farm bietet eine interessante Lösung an, um Agrarbetrieben zu einer größeren Effizienz in ihrer Arbeit zu verhelfen. Mit Hilfe von Drohnen sollen Daten zu den vorhandenen Ackerflächen gesammelt werden, die dann gezielt ausgewertet werden. So lassen sich tägliche Arbeiten genau planen. Außerdem kann auf festgestellte Veränderungen der Boden- und Witterungsverhältnisse schnell reagiert werden.

Die Lösung, die Clever Farm anbietet, ist mit verschiedenen Warn- und Hinweisfunktionen unterlegt. Sobald bestimmte Eigenschaften auf den Feldern auftreten, die die Entstehung von Krankheiten oder Schädlingsbefall begünstigen, warnt die Clever Farm Technik. Dadurch können die Landwirte blitzschnell reagieren und ihre Ernten schützen. Da alle 30 Minuten Daten an die Plattform gesendet werden, sind die Landwirte jederzeit mit den aktuellsten Informationen versorgt.

Auf Basis der übermittelten Daten können ohne weiteres Berichte für Behörden, Auswertungen und andere Dokumente erstellt werden. Hinzu kommt die umfangreiche Planungsfunktion. Auf diese Weise können Saatgut und Dünger akribisch geplant werden. Auch andere Tätigkeiten rund um den Landwirtschaftsbetrieb lassen sich mit Clever Farm genau dokumentieren und planen.

Expansion geplant

Das Startup Clever Farm hat bereits diverse Anfragen von internationalen Märkten bekommen. In den nächsten Jahren will sich das Unternehmen in Mitteleuropa und Amerika etablieren. Einen großen Pluspunkt bringt Clever Farm den Landwirten mit: Es bietet neben einer umfangreichen Komplettlösung auch modulare Elemente an, die nach Bedarf ausgewählt werden. Damit könnte die Arbeit in der Landwirtschaft zukünftig deutlich effizienter und ökologischer gestaltet werden.

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Verzerrte Preise für Bio-Lebensmittel?

Bio ist In und trotzdem zögern viele Verbraucher und greifen lieber zu Produkten aus konventionellen Produktionen. Oft liegt der Grund dafür am höheren Preis bei dem viele nicht bereit sind, ihn zu zahlen oder sich das schlicht nicht leisten können. Doch warum ist Bio oft so viel teuer?

Bio ist gut, hochwertig, umweltbewusst und liegt deshalb absolut im Trend. Wieso ist der Absatz der Bio-Lebensmittel dann trotzdem so gering, wo es doch sicher viele gäbe, die den Bio-Trend gerne mitmachen würden? Ganz einfach, weil Bio oftmals so bedeutend teurer ist. Bei Obst und Gemüse macht das vielleicht noch einige Prozentbeträge aus, doch spätestens beim Fleisch kommen oft hohe Aufschläge dazu. Da kommt bei einem Kilo Fleisch schonmal einmal leicht der doppelte Preis zustande, wie das beim konventionellen Fleisch der Fall ist. Für viele Verbraucher ist das ein No-go, deshalb bleiben sie beim Altbewährten und machen um Bio einen großen Bogen. Doch das müsste eigentlilch nicht so sein, wissen Verbraucherschützer. Zwar sei die Produktion und der Anbau von Bio-Lebensmitteln im Schnitt 10 Prozent teurer als bei der konventionellen Konkurrenz. Doch das allein erklärt nicht die extremen Preiserhöhungen in diesem Segment.

Margen verkleinern, doch reicht das aus?

Es sei vielmehr der Grund der Margen. So wird auf Transport, Lagerlogistik und Vertrieb ordentlich aufgeschlagen. So viel, dass die Bio-Lebensmittel eben nicht 10 Prozent, sondern locker 30 bis 40 Prozent oder gar um noch mehr teurer werden. Zu viel für den Verbraucher, also lässt er die Produkte liegen. Ist der Absatz allerdings so gering macht das die Preise wieder teurer, weil dafür mehr Aufwand betrieben werden muss, dieses Angebot überhaupt beizubehalten. Hier ist es allerdings schwer, den Durchblick zu bewahren, denn die Preispolitik geschieht im Verborgenen und es ist für den Verbraucher unmöglich herauszufinden, wer wie viel mitverdient an dem tollen Bio-Trend. Und das wird wohl auch so bleiben, es sei denn die Margen fallen endlich geringer aus und Bio wird günstiger. Dann könnte auch der Absatz steigen.

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Artenschutz und konventionelle Landwirtschaft in einem – so funktioniert´s

Landwirte haben es nicht leicht. Sie müssen ordentliche Erträge erzielen und sollen gleichzeitig Rücksicht auf die vielen verschiedenen Arten nehmen. Dass dies nicht immer einfach ist, liegt auf der Hand.

Der Artenschutz ist ein großes Thema, wenn es um die Landwirtschaft geht. Verschiedene Förderprogramme sollen dazu beitragen, dem Artensterben entgegen zu wirken. Landwirte sehen sich häufig in der Zwickmühle, denn sie müssen genügend Erträge erzielen, um selbst zu überleben.

Weniger Erträge im Sinne der Umwelt

Wer sich als Landwirt dafür entscheidet, gezielt etwas für den Artenschutz zu tun, muss mit Ertragseinbußen rechnen. Dies lässt sich kaum vermeiden. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat viele Landwirte dazu animiert, dennoch Flächen für den Artenschutz zur Verfügung zu stellen. Dabei kommt es vor allem darauf an, mit Hilfe von geeignetem Saatgut Blühpflanzen für die heimischen Insekten zu schaffen. Wichtig ist, dass es sich dabei um Saatgut für Blühpflanzen aus der Region handelt. Die einfachen Mischungen aus dem Handel sind häufig nur schön anzusehen, bieten Bienen und anderen heimischen Insekten aber kaum einen Nutzen, da es sich nur um einjährige Pflanzen aus der ganzen Welt handelt.

Eine weitere Maßnahme zum Erhalt bedrohter Arten ist der Verzicht auf Kunstdünger und Herbizide. Dadurch breiten sich neben der eigentlichen Kulturfrucht auch zahlreiche Begleitkräuter aus, die zum Teil auf der Liste der gefährdeten Arten stehen. Da auch ein doppelter Reihenabstand notwendig ist, reduziert sich der Ertrag deutlich. Dennoch ist das Ergebnis dieser Maßnahmen beeindruckend. Denn die umfangreiche Ackerbegleitflora zeigt, dass sich regionale Pflanzen so wieder ihren Weg bahnen.

Um diese Ertragseinbußen zumindest teilweise zu kompensieren, nutzen einige Landwirte die Möglichkeit der Patenschaften durch Privatpersonen. So finanzieren die Paten bestimmte Flächen, die dann speziell für den Erhalt der Arten genutzt werden und helfen den Landwirten so, die konventionellen Methoden umzustellen, ohne dabei das eigene Überleben zu gefährden.

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Bio boomt auch weiterhin

Bio-Produkte nehmen einen wachsenden Raum in den Supermarktregalen ein und nicht nur da, auch immer mehr Restaurants entscheiden sich bewusst für saisonale und regionale Bioküche. Von den Produzenten ist hier ein Umdenken gefragt, denn der Markt wächst stetig und bietet großes Potenzial.

33.700 Betriebe bewirtschafteten im Jahr 2019 eine Gesamtfläche von 1,62 Millionen Hektar Ackerland in Deutschland. Schätzungen zufolge lag dabei die Fläche für Bio-Ackerland bei etwa 40 Prozent. Tendenz steigend. Um sich besser zu organisieren, schlossen sich die Hälfte der Bio-Betriebe zu einem Verband zusammen. Dabei machten sie unterm Schnitt einen größeren Flächenanteil aus als die Betriebe, die nach EU-Richtlinien wirtschafteten. Nach wie vor wechseln immer mehr Betriebe zur Bio-Produktion. Die ist zwar strengen Regeln unterworfen und somit deutlich aufwendiger als in der normalen Landwirtschaft, allerdings fallen die Gewinnmargen höher aus und somit ist das Geschäft lohnenswerter. Ein schöner Pluspunkt, wenn nicht ausschließlich Umweltaspekte bei der Landwirtschaft eine Rolle spielen sollen.

Immer mehr Bauern machen Bio

Die Zeichen stehen also auf Bio. Allein für das Jahr 2019 hieß das, dass fünf Betriebe im Durchschnitt einen Wechsel vollzogen haben weg von der normalen hin zu biologischer Landwirtschaft. Diese Zahlen gehen aus einer Erhebung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (kurz AMI) hervor. Und der Handel trägt diesen Zahlen Rechnung, denn die Nachfrage nach Bio-Produkten in den Regalen steigt und steigt. So besteht das Segment Obst- und Gemüse in gängigen Supermarktketten schon jetzt etwa zur Hälfte aus Bio-Produkten. Meist noch als Alternative zu den herkömmlichen Angeboten die oft weitere Wege zurücklegen, ehe sie im Einkaufswagen landen dürfen. Das gilt insbesondere für Tropenfrüchte oder nicht saisonales heimisches Obst und Gemüse. Deshalb sollten saisonale und regionale Produkte stets bei der Auswahl des Einkaufs im Vordergrund stehen für den Vebraucher.

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Landwirtschaft ohne Boden – ein Hof macht´s vor

Vertikale Pflanzregale sind bereits an vielen Orten anzutreffen. Aber eine vollständige Landwirtschaft, die nach dem Regalprinzip aufgebaut ist, ist etwas Neues. Ein italienischer Hof arbeitet ohne Boden und stellt Nachhaltigkeit und den sparsamen Umgang mit Ressourcen in den Mittelpunkt des Handelns.

Eine Landwirtschaft, die ohne Boden funktioniert, scheint auf den ersten Blick utopisch. Und doch arbeitet ein italienischer Hof nach dem Prinzip. Sämtliche Anbauflächen befinden sich in einer Art Regalsystem.

Im Sinne der Umwelt – nachhaltig und Ressourcen sparend

Ein Hof in Italien hat eine Möglichkeit gefunden, den eigenen Wunsch nach einer nachhaltigen Landwirtschaft auf eine ganz besondere Weise umzusetzen. In großen Hallen, die mit Regalsystemen ausgestattet sind, wird ganzjährig Basilikum angebaut. Normalerweise wächst das beliebte Küchenkraut nur zu einer bestimmten Jahreszeit. Aber durch das unabhängige Anbausystem ist ein ganzjähriger Anbau möglich.

Das gesamte System ist in vier Ebenen gegliedert. Eine durchdachte Konstruktion stützt die verschiedenen Ebenen. Mit Hilfe eines LED-Beleuchtungssystems erhalten die Pflanzen ausreichend Licht. Die Entscheidung für LED-Beleuchtung wurde bewusst getroffen, weil diese deutlich stromsparender arbeitet als eine herkömmliche Glühlampenbeleuchtung. Um die Pflanzen optimal zu versorgen, wird hier auf rotes und blaues Licht gesetzt. Zum Pflanzen werden Paletten verwendet, die die Wurzeln frei nach unten wachsen lassen. Unter den Paletten befindet sich die Bewässerung. Sind die Pflanzen ausgewachsen, erfolgt die direkte Weiterverarbeitung auf dem Hof.

Mit diesem neuartigen Landwirtschaftsprinzip könnte ein neuer Trend geschaffen werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass weitere Betriebe das Potenzial dieser Idee auch für sich entdecken.

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