embauerment: Plattform für nachhaltige Landwirtschaft

Die Landwirtschaft steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Immer mehr Betriebe stellen im Sinne der Umwelt auf ökologische Landwirtschaft um. Um diese zu unterstützen, bietet Embauerment die ideale Plattform.

Nachhaltigkeit spielt eine immer wichtigere Rolle in der Landwirtschaft. Es geht darum, die Artenvielfalt zu retten und die Natur zu entlasten. Dass eine Umstellung der Landwirtschaftsbetriebe häufig mit großem Aufwand verbunden ist, wissen die Gründer von Embauerment und wollen helfen.

Hilfe, die bei den Landwirten ankommt

Hinter der Gründung von embauerment steht die Idee, nachhaltige Landwirtschaft gezielt zu unterstützen. Sobald ein Betrieb bereit ist, auf ökologische Landwirtschaft umzustellen, kommen enorme Kosten auf ihn zu. Auf der Plattform embauerment kann sich jeder Biohof präsentieren und für sich werben. Dadurch wird die Aufmerksamkeit der Verbraucher geweckt, die sich mit einem bestimmten Betrag an der Finanzierung der Umstellung beteiligen können. Dafür erhalten sie ein Dankeschön in Form von Lebensmitteln, die auf „ihrem“ Hof produziert werden oder andere Anreize.

Mit diesem Projekt schlagen die Gründer Reenie und Sinjo zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits werden die effektiven Kosten für die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft reduziert. Und andererseits wird die Direktvermarktung der Bio-Produkte vorangetrieben. Die Verbraucher finden auf embauerment Bio-Höfe in ihrer Nähe und können so auch vor Ort einkaufen. Damit unterstützen sie die Höfe direkt und tun der Umwelt Gutes.

In Zeiten von Lebensmittelverschwendung und Artensterben ist es umso wichtiger, geeignete Maßnahmen zu unterstützen, die dieses aufhalten und vielleicht sogar verhindern können. Auch Betriebe, die noch nicht umgestellt haben, können embauerment als eine Art Crowdfunding-Plattform für ihre Zwecke nutzen. Sie können Geld sammeln, um ihren Hof ebenfalls nachhaltig zu gestalten und den Betrieb ökologisch umzustellen. So erhalten die Landwirte die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer Betriebe zu profitieren und sich gegenseitig auf dem Weg der Umstellung zu unterstützen. Und die Verbraucher haben die Chance, ihren Beitrag zu leisten, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Nur gemeinsam kann es gelingen, die Umwelt langfristig zu entlasten.

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Neue EU Öko Verordnung erst im Jahr 2022

Die EU-Kommission hat die Einführung der neuen EU Öko Verordnung um ein Jahr nach hinten verschoben und will diese jetzt erst am 1. Januar 2022 einführen. Diese Entscheidung stößt unter den Mitgliedstaaten und beim Europäischen Parlament auf große Zustimmung.

Ein Jahr länger soll es nun also dauern, ehe die neue EU Öko Verordnung offiziell in Kraft tritt. Statt 1. Januar 2021 haben alle Beteiligten nun also ein neues Datum vor Augen: 1. Januar 2022. Damit unterstützt die EU-Kommission den Wunsch der Mitgliedstaaten, sowie anderen Interessenträgern und Drittländern nach einem Aufschub der Verordnung. Das gibt den Ländern mehr Zeit, auf die Forderungen angemessen zu reagieren und speziell den Agrarsektor entsprechend umzurüsten. Der größte Teil der neuen Öko-Forderungen betrifft nämlich die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“, wie EU-Kommissar Janusz Wojciechowski erklärt. Demnach sollen die ehrgeizigen Ziele im grünen Deal dazu führen, für mehr Biodiversität zu sorgen, den Schutz für eine ökologische Vielfalt zu garantieren und deshalb langfristig ökologische Landwirtschaft in den Fokus der Aufgaben zu stellen. Dazu braucht es einen geeigneten politischen und rechtlichen Rahmen, der die Umsetzung unterstützt und diese voranbringt. Ziel soll es sein, die ökologische Landwirtschaft flächenmäßig auszubauen, und zwar bis auf 25 Prozent nach oben bis zum Jahr 2030. Ein großes Unterfangen, denn noch ist das Thema nicht überall auf der Agenda und die Umsetzung ist kompliziert und teuer für die EU-Länder.

Ein kurzer Aufschub mit großen Folgen

Damit steigt der Druck, wenngleich die EU-Kommission zugesagt hat, die Länder entsprechend zu unterstützen und Arbeitspapiere vorzulegen nach denen vorzugehen ist. Eine Art Schritt für Schritt Aktionsplan. Nun also gibt es erstmal ein Durchatmen, trotzdem sollen erste Änderungen natürlich schon jetzt vollzogen werden hin zu einer ökologisch verträglicheren Landwirtschaft, denn auch die Verbraucher fordern Qualität und Umweltverträglichkeit. Deutschland gilt schon jetzt als Vorreiter in dieser Position, denn hier steigen die ökologisch genutzten Landwirtschaftsflächen schon jetzt Jahr für Jahr an. Andere sind da noch nicht so weit….

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Fachmesse für ökologischen Landbau

In Offenburg soll es schon bald eine neue Fachmesse geben. Die „BioAgrar“ soll das Thema „Ökologische Landwirtschaft“ in all seinen Facetten behandeln und gleichzeitig zur Umstellung anregen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Landwirten soll eine hilfreiche Unterstützung werden.

Im Oktober 2020 soll die neue Fachmesse „BioAgrar“ erstmals ihre Pforten in Offenburg öffnen. Die Messe wird sich vor allem um ökologische Landwirtschaft kümmern und Landwirte, Wissenschaftler, Verbraucher, Vertreiber und Förderer zusammenbringen.

Eine neue Fachmesse mit viel Potenzial

Das Messegelände in Offenburg soll im Oktober 2020 erstmals die „BioAgrar“ präsentieren. Dabei handelt es sich um eine Fachmesse, die sich vor allem mit ökologischer Landwirtschaft auseinandersetzt. Das Projektteam hat es sich zur Aufgabe gemacht, Landwirte, die bereits ökologisch arbeiten, mit interessierten Landwirten zusammenzubringen. So können Erfahrungen ausgetauscht und Hilfestellungen für die Umstellung gegeben werden. Da das Messegelände auch über moderne Seminarräume verfügt, werden während der „BioAgrar“ auch Fachveranstaltungen stattfinden.

Da die Bedeutung der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft immer mehr wächst, ist die Fachmesse eine willkommene, neue Plattform zum Erfahrungsaustausch und zum Knüpfen wertvoller Kontakte. Hier werden ab dem kommenden Jahr Landwirte, Verbraucher, Vertreiber, Berater und auch Wissenschaftler und Förderer aufeinandertreffen.

Interessante Zahlen

Die Zahlen der Bundesagrarministerin belegen deutlich, dass immer mehr Landwirte ihre Betriebe umstellen. In 2018 wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche auf 1,5 Millionen Hektar an. Allein in 2018 kamen 150.000 Hektar hinzu. Inzwischen gibt es 32.000 ökologische Landwirtschaftsbetriebe, Tendenz steigend. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass die EU einige Fördermittel gewährt. Aber auch die wachsende Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Produkten trägt dazu bei, dass immer mehr Landwirte eine Umstellung erwägen.

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Der Welt Klimarat fordert mehr ökologische Landwirtschaft

Der Welt Klimarat IPCC hat sich intensiv mit den stetig wachsenden Zahlen der Weltbevölkerung auseinandergesetzt. Ein Umdenken in der gesamten Landwirtschaft ist zwingend notwendig, um diese langfristig ausreichend zu ernähren und gleichzeitig dem Klimawandel entgegen zu wirken.

Die CO2-Belastung in der Landwirtschaft ist ein wichtiges Thema derzeit im Welt Klimarat IPCC. Diese muss dringend eingeschränkt werden, um das Klima zu erhalten. Auch in Bezug auf die Lebensmittelverschwendung fordert der Welt Klimarat ein rigoroses Umdenken. Nur so wird die Weltbevölkerung langfristig ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt werden können.

Umdenken zwingend erforderlich

Der Welt Klimarat IPCC hat in seinem Sonderbericht „Klimawandel und Landsysteme“ vor allem die Landwirtschaft gründlich unter die Lupe genommen. Themen wie die vermehrte Wüstenbildung, Landdegradierungen, Ernährungssicherheit, Treibhausgasflüsse in Ökosystemen und nachhaltiges Landmanagement standen dabei im Mittelpunkt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Dürreperioden in den kommenden Jahrzehnten deutlich verlängern werden. Stärkere Hitzewellen und extreme Regenfälle kommen hinzu.

Umso wichtiger wird ein aktives Handeln, um dem Klimawandel in dieser extremen Form Einhalt zu gebieten. Vor allem Wälder und Moore sollten besser geschützt werden.

Ernährungsgewohnheiten umstellen

Die Bevölkerung sollte dem Welt Klimarat zufolge unbedingt die eigenen Ernährungsgewohnheiten umstellen und vermehrt auf pflanzliche und nachhaltige tierische Produkte setzen. Ein solches Umdenken könnte bis 2050 die Renaturierung von mehreren Millionen Quadratkilometern Land bewirken. Dennoch bleibt das Problem der fehlenden Anbauflächen. Da die Weltbevölkerung immer weiter anwächst, wird es schwieriger, genügend Anbauflächen zu finden. Dadurch könnte die Versorgung mit Nahrungsmitteln instabil werden.

Im Welt Klimarat arbeiten Wissenschaftler aus 195 Ländern gemeinsam daran, die aktuelle Situation zu untersuchen und die Ergebnisse mit Lösungsvorschlägen an die Politik zu übermitteln.

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Was kosten Lebensmittel wirklich?

Der ökologische Landbau als annähernde Lösung

Eine Studie deckt auf, was viele Verbraucher wundert: Trotz steigender Lebensmittelpreise ist das Essen aus dem Supermarktregel immer noch viel zu billig. Die tatsächlichen Kosten trägt die Allgemeinheit und die sind höher als erwartet.

Die Schweinsfurth-Stiftung hat gemeinsam mit Tollwood eine Studie zum Thema ökologische Landwirtschaft veröffentlicht die aufdeckt, wie teuer unsere Lebensmittel eigentlich wirklich sein müssten, um kostendeckend produziert werden zu können. Unter dem Titel „How much is the dish? – Was kosten unsere Lebensmittel wirklich?“ haben sich Studenten an die Frage gewagt, wie viele Unkosten es tatsächlich verursacht, biologisch und vor allem nachhaltig zu produzieren und diese Lebensmittel in den Handel zu bringen? Dabei haben sich die Studenten auf drei Hauptfaktoren beschränkt, die häufig in der Rechnung unbeachtet bleiben: Energieerzeugung, Treibhausgase und Stickstoffdünger. Die Liste an Kostenfaktoren ließe sich an dieser Stelle noch beliebig erweitern, das hätte allerdings den Rahmen der Forschungsarbeit gesprengt.

Die negative Kostenspirale rotiert

Die Ergebnisse sind niederschmetternd und regen zum Nachdenken an. So verursacht konventionell betriebene Landwirtschaft die höchsten Kosten. Für ein Kilo Fleisch müssten Verbraucher eigentlich rund 80 Prozent mehr auf dem Tisch legen, als sie es tun. Auch Milch müsste doppelt so teuer sein. Nur bei Obst und Gemüse sieht die Lage etwas besser aus. Hier würde ein Aufpreis von 8 Prozent realistisch sein, um wirklich alle versteckten Kosten decken zu können. Unterm Strich bedeutet dieses Ergebnis auch, ökologische Landwirtschaft ist deutlich billiger als bislang angenommen und bildet eine starke Konkurrenz zur herkömmlichen Landwirtschaft. Es lohnt sich also für Betriebe, ihre Produktion entsprechend umzustellen. Fleisch und Milchwaren bleiben ein Problemfeld, dem sich bislang niemand annehmen will. Ganz im Gegenteil. Diese Produkte scheinen entgegen aller Logik immer günstiger in den Regalen zu werden. Der Grund ist der, dass viele versteckte Kosten auf die Allgemeinheit verteilt sind und es so kaum auffällt, wie ineffizient die Produktion eigentlich ist. Es bleibt abzuwarten, bis sich dieser Umstand ändert und Verbraucher wirklich das zahlen, was sie bekommen.

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