Striegeln statt Spritzen für gesündere Ackerböden

Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, hohe Erträge zu sichern und gleichzeitig Böden und Umwelt zu schützen. Herkömmliche Methoden mit chemischen Pflanzenschutzmitteln belasten die Ökosysteme und verändern die Bodenstruktur langfristig. Striegeln und Hacken sind umweltfreundliche Alternativen.

Immer mehr Landwirte setzen daher auf mechanische Verfahren wie das Striegeln. Bei dieser Methode werden Unkräuter und Bodenbeläge mit einem speziell konstruierten Gerät entfernt, ohne chemische Spritzmittel einzusetzen. Der Boden wird gelockert, Wasser- und Nährstoffaufnahme verbessert und gleichzeitig die biologische Vielfalt im Acker gefördert. Striegeln zeigt, dass Landwirtschaft auch ohne intensive Chemie praktikabel und effektiv sein kann.

Bodenpflege durch mechanische Verfahren

Striegeln ersetzt nicht alle Pflanzenschutzmaßnahmen, aber es reduziert die Abhängigkeit von Herbiziden erheblich. Moderne Striegelgeräte können präzise eingestellt werden und arbeiten bodenschonend, sodass die Pflanzen nicht beschädigt werden. Dies unterstützt das Wachstum und fördert die mikrobielle Aktivität im Boden. Besonders auf ökologisch bewirtschafteten Flächen wird diese Methode als Schlüssel für nachhaltigen Anbau gesehen, weil sie Bodenleben und Humusaufbau stärkt.
Die Herausforderung liegt darin, dass Striegeln mehr Planung und Zeit erfordert als das schnelle Ausbringen von Spritzmitteln. Wetterbedingungen, Bodentyp und Wachstumsschub der Kulturpflanzen müssen genau beobachtet werden. Gleichzeitig können Landwirte durch kontinuierliche Praxis und technische Weiterentwicklungen die Effizienz steigern. Striegeln wird damit zu einer langfristigen Investition in Bodenqualität und Nachhaltigkeit.

Chancen für nachhaltige Landwirtschaft

Mechanische Unkrautbekämpfung ist ein Beispiel dafür, wie traditionelle Techniken mit moderner Technik kombiniert werden können. Sie ermöglicht den Verzicht auf chemische Mittel, schützt Gewässer und Nützlinge und trägt zur Klimafreundlichkeit der Landwirtschaft bei. Betriebe, die Striegeln in ihre Fruchtfolge integrieren, profitieren von stabileren Böden, höherer Widerstandskraft gegen Trockenheit und einem positiven Image bei Verbrauchern.
Die Methode verdeutlicht, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze sein müssen. Wer mechanische Verfahren intelligent einsetzt, stärkt langfristig die Leistungsfähigkeit der Böden und schafft einen Beitrag für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

Bildurheber: bernardbodo

Ökologische Pflanzenschutzmittel: Eine Übersicht

Im ökologischen Landbau steht die Förderung der Pflanzengesundheit im Vordergrund, wobei der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduziert wird. Stattdessen werden vorbeugende Maßnahmen priorisiert, um die Widerstandskraft der Pflanzen gegenüber Schädlingen und Krankheiten zu stärken.

Eine vielfältige Fruchtfolge trägt dazu bei, das Auftreten spezifischer Schaderreger zu minimieren. Durch den Wechsel verschiedener Kulturen wird der Lebenszyklus von Schädlingen unterbrochen, was deren Vermehrung erschwert. Zudem fördert der Anbau von Mischkulturen, wie Untersaaten, die Biodiversität und schafft ein Umfeld, das für Nützlinge attraktiv ist. Die Auswahl resistenter Pflanzenarten und -sorten, die an die lokalen Boden- und Klimabedingungen angepasst sind, erhöht die natürliche Abwehrkraft der Kulturen.

Physikalische und biologische Methoden

Mechanische Verfahren, wie das Hacken und Striegeln, dienen der Unkrautregulierung und reduzieren den Konkurrenzdruck auf die Nutzpflanzen. Thermische Methoden, beispielsweise das Abflammen oder Dämpfen, können Unkrautsamen und bodenbürtige Krankheitserreger effektiv bekämpfen. Biologische Ansätze beinhalten die Förderung von Nützlingen durch das Anlegen von Blühstreifen oder das Aufstellen von Insektenhotels. Der Einsatz von Pheromonen kann die Fortpflanzung von Schadinsekten stören und somit deren Population kontrollieren.

Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel

Sollten trotz dieser Maßnahmen Schädlinge oder Krankheiten auftreten, ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im ökologischen Landbau streng reglementiert. Es dürfen nur Substanzen verwendet werden, die in den entsprechenden Verordnungen für den ökologischen Landbau zugelassen sind. Landwirte sind verpflichtet, den Bedarf und die Anwendung dieser Mittel sorgfältig zu dokumentieren und diese Aufzeichnungen den Kontrollstellen zur Verfügung zu stellen.

Regulatorischer Rahmen

Seit dem 1. Januar 2022 sind die im ökologischen Landbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel im Anhang I der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165 aufgeführt. Diese Liste basiert auf der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009, die das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln regelt. Zusätzlich veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) regelmäßig eine Liste der für den ökologischen Landbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel.
Durch die Kombination aus vorbeugenden Maßnahmen, physikalischen und biologischen Methoden sowie dem gezielten Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel wird im ökologischen Landbau ein nachhaltiger Pflanzenschutz gewährleistet, der die Umwelt schont und die Gesundheit der Kulturen fördert.

Bildurheber: fotokostic

Xilon: Das Bio-Pflanzenschutzmittel

Bereits im Jahr 2020 wurde Xilon vom internationalen Magazin „Chemical Week“ zu einem der vier besten biologischen Mittel der Welt aufgereiht. Das half ihm auf die Shortlist der „Agrow´s Crop Science Awards“ desselben Jahres.

Doch was macht dieses Pflanzenschutzmittel so besonders? Es handelt sich hierbei um das erste rein biologische Bodenfungizid überhaupt, dessen breit gefächertes Wirkungsspektrum es den Landwirten erlaubt, es auf den unterschiedlichsten Böden einzusetzen. Damit schließt der Hersteller eine wichtige Lücke beim Pflanzenschutz-Management im konventionellen Sektor.

Wie Xilon wirkt

Die Wirkung von Xilon basiert auf dem Wirkstoff T34. Dieser ist lizenziert und stammt von Biocontrol Technologies, einem Uni-Forschungsprojekt. Doch vom Forschungslabor bis hin zur wirklichen Anwendung war es ein weiter Weg, denn es dauert, ehe ein Pflanzenschutzmittel seine Lizenzen erhält. Bei Xilon ist man da schon einen Schritt weiter. Seine ersten Feldversuche durfte es bereits in Osteuropa starten und wird dort bei Sojabohnen, Mais und Sonnenblumen erfolgreich eingesetzt. So zeichnet sich seine positive Wirkweise insbesondere dadurch aus, dass es die Pflanze schon ab der Wurzel gegen Krankheiten wie die gefürchtete Sclerotinia-Infektion kämpft und damit den Befall im Keim erstickt.

Schutz für Wurzeln und Blätter

Zudem bleiben die Pflanzen insgesamt gesünder und sind resistenter gegen Stress. Das fördert das Wachstum und bringt eine gute Ernte auf den Weg. Beim T34 Wirkstoff handelt es sich um einen Pilz, der in der Lage ist, das Immunsystem zu stärken. Als solches kann es nicht nur die Wurzeln, sondern auch die Blätter der Pflanzen schützen, sofern man es spritzen würde. Doch noch sind längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und Xilon nicht überall in Europa, Afrika und Asien im Einsatz. Doch das kann kommen und wäre auf alle Fälle besser für die Umwelt als viele andere Pflanzenschutzmittel, die mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Bildurheber: Amaviael