Digitaler Agrarunternehmer werden mit Agrora

Agrarunternehmen erhalten derzeit eine neue Plattform, um ihre Abläufe zu verbessern und umweltfreundlicher zu handeln. Die Idee verbindet verschiedene Bereiche des Handels mit Agrarprodukten.

Agrora könnte eine neue Perspektive für Agrarunternehmer schaffen. Die Branche hat zu kämpfen. Sie könnte mit Hilfe von neuartigen Lösungen eine deutlich bessere Vernetzung und verbesserte Optionen zur Abwicklung des Handels bekommen.

Eine Plattform für alle

Hinter Agrora stehen kluge Köpfe mit Visionen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Agrarhandel neu und deutlich effizienter zu gestalten. Auf einer einzigen Plattform soll es zukünftig möglich sein, den Handel von Agrarrohstoffen zu organisieren. Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Die Plattform hält entsprechende Transportangebote bereit und trifft damit den Zahn der Zeit. Das Prinzip „alles aus einer Hand“ entspricht den Vorstellungen eines zeitgemäßen Systems.

Wer sich dafür entscheidet, digitaler Agrarunternehmer zu werden, profitiert von zahlreichen Vorteilen. Hinzu kommt der Faktor, dass deutlich umweltfreundlicher und kostengünstiger gehandelt werden kann. Innerhalb kürzester Zeit sind die Inserate auf Agrora geschaltet. Alle Unternehmen, die freigegeben sind, wurden geprüft. Die eigenen Konditionen lassen sich bequem vermerken, sodass nur Handelspartner zusammenkommen, die dieselben Interessen verfolgen. Frachtkosten lassen sich unkompliziert vorab kalkulieren. Da die vereinbarten Frachtkosten später verbindlich sind, kann es keine unvorhersehbaren Risiken geben.

Der digitale Marktplatz für Agrarunternehmer ist sehr benutzerfreundlich gestaltet. Eine umfassende Einführung entfällt dadurch. Die Bedienung erfolgt rein intuitiv durch eine entsprechende Benutzeroberfläche. Wer dennoch Unterstützung bei seiner Umstellung auf digitalen Agrarhandel benötigt, findet diese im integrierten Support.

Bildurheber: nito500 / 123RF Standard-Bild

FarmInsect produziert Insekten als Futtermittel für Nutztiere

Eine zuverlässige alternative Proteinquelle bilden Insekten. Während diese in asiatischen Ländern längst auf dem Speiseplan stehen, tun sich die Menschen hierzulande schwer damit. Zumindest den Nutztieren sollen sie jetzt zugute kommen.

FarmInsect ist eine Firma die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Futterkreislauf zugunsten der Umwelt zu schließen und das tun sie mithilfe von Insekten. Diese sind eine gute Quelle für lebenswichtige Proteine und damit wichtig für die Gesundheit und Aufzucht von Nutztieren. Deshalb entwickelt das Unternehmen neuerdings Farmen auf denen Insekten nicht nur gezüchtet, sondern auch entsprechend weiterverarbeitet werden, um dann im Viehfutter zu landen. Dort ersetzen sie die teilweise als schädlich eingestuften Bestandteile im Standardfutter durch eine natürliche Proteinquelle. Das Futtermittel ist mittlerweile nicht nur für Kühe und Pferde, sondern auch für das liebe Federvieh erhältlich. Es soll schon in wenigen Jahren den Markt dominieren und so sicherstellen, dass die Tiere nur bestes Futter aus umweltgerechten Nachzuchten erhalten. Und bei FarmInsect hat man noch viel mehr vor.

Ein Projekt mit Zukunft

Das Unternehmen ist in ein großes Partnernetzwerk eingebunden. Ständig ist man damit beschäftigt, neue Proteinquellen zu entwickeln und diese auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Bereits seit dem Start der Entwicklung des Projekts wird FarmInsect wissenschaftlich unterstützt und zwar an der Technischen Universität München. Dort befindet sich auch die erste Pilotanlage ihrer Art. Und das Projekt scheint erfolgreich anzulaufen, denn bereits kurz nach der Gründung im Jahr 2019 gab es den ersten Preis im TUM Startup Booster Grants Kontest. Seit 2020 gehört FarmInsect zum sogenannten LMU EC Accelerator Programm. Seit April des letzten Jahres erhält das Projekt Fördergelder vom Bayrischen Landwirtschaftsministerium. Auch hier glaubt man fest an den Erfolg der Insekten und daran, dass sich durch ihre Züchtung ein Futterkreislauf schließen lässt. Und das natürlich zum Wohle der Umwelt und für eine bessere Versorgung der Nutztiere.

Bildurheber: jonnysek / 123RF Standard-Bild

embauerment: Plattform für nachhaltige Landwirtschaft

Die Landwirtschaft steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Immer mehr Betriebe stellen im Sinne der Umwelt auf ökologische Landwirtschaft um. Um diese zu unterstützen, bietet Embauerment die ideale Plattform.

Nachhaltigkeit spielt eine immer wichtigere Rolle in der Landwirtschaft. Es geht darum, die Artenvielfalt zu retten und die Natur zu entlasten. Dass eine Umstellung der Landwirtschaftsbetriebe häufig mit großem Aufwand verbunden ist, wissen die Gründer von Embauerment und wollen helfen.

Hilfe, die bei den Landwirten ankommt

Hinter der Gründung von embauerment steht die Idee, nachhaltige Landwirtschaft gezielt zu unterstützen. Sobald ein Betrieb bereit ist, auf ökologische Landwirtschaft umzustellen, kommen enorme Kosten auf ihn zu. Auf der Plattform embauerment kann sich jeder Biohof präsentieren und für sich werben. Dadurch wird die Aufmerksamkeit der Verbraucher geweckt, die sich mit einem bestimmten Betrag an der Finanzierung der Umstellung beteiligen können. Dafür erhalten sie ein Dankeschön in Form von Lebensmitteln, die auf „ihrem“ Hof produziert werden oder andere Anreize.

Mit diesem Projekt schlagen die Gründer Reenie und Sinjo zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits werden die effektiven Kosten für die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft reduziert. Und andererseits wird die Direktvermarktung der Bio-Produkte vorangetrieben. Die Verbraucher finden auf embauerment Bio-Höfe in ihrer Nähe und können so auch vor Ort einkaufen. Damit unterstützen sie die Höfe direkt und tun der Umwelt Gutes.

In Zeiten von Lebensmittelverschwendung und Artensterben ist es umso wichtiger, geeignete Maßnahmen zu unterstützen, die dieses aufhalten und vielleicht sogar verhindern können. Auch Betriebe, die noch nicht umgestellt haben, können embauerment als eine Art Crowdfunding-Plattform für ihre Zwecke nutzen. Sie können Geld sammeln, um ihren Hof ebenfalls nachhaltig zu gestalten und den Betrieb ökologisch umzustellen. So erhalten die Landwirte die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer Betriebe zu profitieren und sich gegenseitig auf dem Weg der Umstellung zu unterstützen. Und die Verbraucher haben die Chance, ihren Beitrag zu leisten, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Nur gemeinsam kann es gelingen, die Umwelt langfristig zu entlasten.

Bildurheber: fotoluminate / 123RF Standard-Bild

Vielseitige Ackerbohne: Lebens- und Futtermittel in Einem

Die Ackerbohne wurde lange Jahre unterschätzt. Dies soll sich nun ändern. Der enorme Eiweißgehalt soll endlich auch für die menschliche Ernährung nutzbar gemacht werden. Bislang beschränkt sich das Einsatzgebiet der Pflanze ausschließlich darauf, als Futtermittel zu dienen.
Wissenschaftler wollen die positiven Eigenschaften der Ackerbohne auch für die menschliche Ernährung nutzen. Während die Pflanze bislang ausschließlich als Futterpflanze zum Einsatz kam, könnte sie schon bald als wertvolle Eiweißquelle für den Menschen dienen.

Hülsenfrüchte als Proteinquelle

Im Laufe der vergangenen Jahre haben die heimischen Hülsenfrüchte an Popularität gewonnen. Nachhaltig angebaut werden sie in vielen Naturkostläden angeboten. Sie finden sich in den verschiedensten Nahrungsmitteln wieder und ersetzen häufig andere Zutaten. Auch die Ackerbohne hat das Potenzial, als Proteinquelle zu einem wichtigen Bestandteil der täglichen Ernährung zu werden. Bislang kommt sie vor allem als Futterpflanze zum Einsatz.
Wissenschaftler haben sie als wichtigen Eiweißlieferanten ausgemacht und wollen der Ackerbohne nun zu ihrem wohlverdienten Ansehen verhelfen. Das aus den Samen gewonnene Eiweiß punktet mit einigen interessanten Eigenschaften. Es ist beinahe geschmacksneutral und gut löslich. Außerdem ist es in der Lage, Wasser oder Öl zu binden.
Forscher des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung arbeiten aktuell an einem sehr spannenden Forschungsauftrag. Dieser trägt den Namen „QualiFabaBean“. Sie wollen die wertvollen Inhaltsstoffe der Ackerbohne so nutzen, dass aus ihnen Mehle und Proteinkonzentrate entstehen. Die hochwertigen Inhaltsstoffe sollen so separiert werden, dass das typische grasig-bohnige Aroma deaktiviert wird. Nur so können zukünftig Lebensmittelzutaten entstehen, die sich durch einen hohen Nährstoffgehalt auszeichnen.
Obwohl erste Ergebnisse sind bereits erfolgversprechend. Allerdings muss noch ein Verfahren entwickelt werden, das die unerwünschten Inhaltsstoffe sicher aus den Samen der Ackerbohne entfernt. Erst danach wird es möglich sein, die entstandenen Lebensmittelzutaten an verschiedenen Lebensmitteln zu testen.

Bildurheber: vell / 123RF Standard-Bild

Neue EU Öko Verordnung erst im Jahr 2022

Die EU-Kommission hat die Einführung der neuen EU Öko Verordnung um ein Jahr nach hinten verschoben und will diese jetzt erst am 1. Januar 2022 einführen. Diese Entscheidung stößt unter den Mitgliedstaaten und beim Europäischen Parlament auf große Zustimmung.

Ein Jahr länger soll es nun also dauern, ehe die neue EU Öko Verordnung offiziell in Kraft tritt. Statt 1. Januar 2021 haben alle Beteiligten nun also ein neues Datum vor Augen: 1. Januar 2022. Damit unterstützt die EU-Kommission den Wunsch der Mitgliedstaaten, sowie anderen Interessenträgern und Drittländern nach einem Aufschub der Verordnung. Das gibt den Ländern mehr Zeit, auf die Forderungen angemessen zu reagieren und speziell den Agrarsektor entsprechend umzurüsten. Der größte Teil der neuen Öko-Forderungen betrifft nämlich die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“, wie EU-Kommissar Janusz Wojciechowski erklärt. Demnach sollen die ehrgeizigen Ziele im grünen Deal dazu führen, für mehr Biodiversität zu sorgen, den Schutz für eine ökologische Vielfalt zu garantieren und deshalb langfristig ökologische Landwirtschaft in den Fokus der Aufgaben zu stellen. Dazu braucht es einen geeigneten politischen und rechtlichen Rahmen, der die Umsetzung unterstützt und diese voranbringt. Ziel soll es sein, die ökologische Landwirtschaft flächenmäßig auszubauen, und zwar bis auf 25 Prozent nach oben bis zum Jahr 2030. Ein großes Unterfangen, denn noch ist das Thema nicht überall auf der Agenda und die Umsetzung ist kompliziert und teuer für die EU-Länder.

Ein kurzer Aufschub mit großen Folgen

Damit steigt der Druck, wenngleich die EU-Kommission zugesagt hat, die Länder entsprechend zu unterstützen und Arbeitspapiere vorzulegen nach denen vorzugehen ist. Eine Art Schritt für Schritt Aktionsplan. Nun also gibt es erstmal ein Durchatmen, trotzdem sollen erste Änderungen natürlich schon jetzt vollzogen werden hin zu einer ökologisch verträglicheren Landwirtschaft, denn auch die Verbraucher fordern Qualität und Umweltverträglichkeit. Deutschland gilt schon jetzt als Vorreiter in dieser Position, denn hier steigen die ökologisch genutzten Landwirtschaftsflächen schon jetzt Jahr für Jahr an. Andere sind da noch nicht so weit….

Bildurheber: paulgrecaud / 123RF Standard-Bild

Verzerrte Preise für Bio-Lebensmittel?

Bio ist In und trotzdem zögern viele Verbraucher und greifen lieber zu Produkten aus konventionellen Produktionen. Oft liegt der Grund dafür am höheren Preis bei dem viele nicht bereit sind, ihn zu zahlen oder sich das schlicht nicht leisten können. Doch warum ist Bio oft so viel teuer?

Bio ist gut, hochwertig, umweltbewusst und liegt deshalb absolut im Trend. Wieso ist der Absatz der Bio-Lebensmittel dann trotzdem so gering, wo es doch sicher viele gäbe, die den Bio-Trend gerne mitmachen würden? Ganz einfach, weil Bio oftmals so bedeutend teurer ist. Bei Obst und Gemüse macht das vielleicht noch einige Prozentbeträge aus, doch spätestens beim Fleisch kommen oft hohe Aufschläge dazu. Da kommt bei einem Kilo Fleisch schonmal einmal leicht der doppelte Preis zustande, wie das beim konventionellen Fleisch der Fall ist. Für viele Verbraucher ist das ein No-go, deshalb bleiben sie beim Altbewährten und machen um Bio einen großen Bogen. Doch das müsste eigentlilch nicht so sein, wissen Verbraucherschützer. Zwar sei die Produktion und der Anbau von Bio-Lebensmitteln im Schnitt 10 Prozent teurer als bei der konventionellen Konkurrenz. Doch das allein erklärt nicht die extremen Preiserhöhungen in diesem Segment.

Margen verkleinern, doch reicht das aus?

Es sei vielmehr der Grund der Margen. So wird auf Transport, Lagerlogistik und Vertrieb ordentlich aufgeschlagen. So viel, dass die Bio-Lebensmittel eben nicht 10 Prozent, sondern locker 30 bis 40 Prozent oder gar um noch mehr teurer werden. Zu viel für den Verbraucher, also lässt er die Produkte liegen. Ist der Absatz allerdings so gering macht das die Preise wieder teurer, weil dafür mehr Aufwand betrieben werden muss, dieses Angebot überhaupt beizubehalten. Hier ist es allerdings schwer, den Durchblick zu bewahren, denn die Preispolitik geschieht im Verborgenen und es ist für den Verbraucher unmöglich herauszufinden, wer wie viel mitverdient an dem tollen Bio-Trend. Und das wird wohl auch so bleiben, es sei denn die Margen fallen endlich geringer aus und Bio wird günstiger. Dann könnte auch der Absatz steigen.

Bildurheber: nd3000 / 123RF Standard-Bild

Buchtipp: Warum Klimaschutz auf dem eigenen Teller beginnt

Sophia Fahrland hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Klimaschutz aktiv voranzutreiben. Dafür betreibt sie einen Instagram-Account und hat kürzlich ein interessantes Buch auf den Markt gebracht.

Klimaschutz ist ein sehr komplexes Thema, das für Jeden wichtig ist. Mit dem Buch von Sophia Fahrland werden viele Zusammenhänge plötzlich verständlich. Sie erklärt, wie einfach Klimaschutz in den eigenen Alltag integriert werden kann.

Klimaschutz und Ernährung

Dass Klimaschutz und Ernährung unmittelbar zusammengehören, wissen die meisten Menschen inzwischen. Regionale Produkte mit kurzen Lieferwegen, nachhaltiger Anbau mit Verzicht auf chemische Düngemittel und die Einschränkung im Fleischkonsum sind nur einige wichtige Punkte, mit denen jeder Einzelne den Klimaschutz nachhaltig praktizieren kann.

Sophia Fahrland ist eine Klimaaktivistin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst viele Menschen auf diese Thematik aufmerksam zu machen. In ihrem Buch „Klimaschutz fängt auf dem Teller an“ vermittelt sie anhand von auffälligen Infografiken spannendes Wissen rund um diese Thematik. Die Kommunikationsdesignerin setzt in ihrem Buch vor allem auf Farben und Bilder, um die komplexen Zusammenhänge im Klimaschutz eindrucksvoll darzustellen. Sie vertraut darauf, dass Menschen, die diese wichtigen Zusammenhänge verstehen, sich eher engagieren und die eigene Lebensweise entsprechend verändern.

Die Autorin verlässt sich nicht nur darauf, zu einem Umdenken in der eigenen Ernährung zu bewegen. Sie vermittelt interessante Fakten zu ökologischer Landwirtschaft, zu Saisonalität und Regionalität. Besonders wichtig ist für sie, dass die Leser erkennen, wie alle Punkte aufeinander einwirken. Mit ihrem Buch ruft sie aktiv auf, das eigene Leben zu hinterfragen und die Ernährung zu überdenken. Sie demonstriert, dass jeder Einzelne dazu in der Lage ist, Großes für die Umwelt zu bewirken.

Bildurheber: bondd / 123RF Standard-Bild

Artenschutz und konventionelle Landwirtschaft in einem – so funktioniert´s

Landwirte haben es nicht leicht. Sie müssen ordentliche Erträge erzielen und sollen gleichzeitig Rücksicht auf die vielen verschiedenen Arten nehmen. Dass dies nicht immer einfach ist, liegt auf der Hand.

Der Artenschutz ist ein großes Thema, wenn es um die Landwirtschaft geht. Verschiedene Förderprogramme sollen dazu beitragen, dem Artensterben entgegen zu wirken. Landwirte sehen sich häufig in der Zwickmühle, denn sie müssen genügend Erträge erzielen, um selbst zu überleben.

Weniger Erträge im Sinne der Umwelt

Wer sich als Landwirt dafür entscheidet, gezielt etwas für den Artenschutz zu tun, muss mit Ertragseinbußen rechnen. Dies lässt sich kaum vermeiden. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat viele Landwirte dazu animiert, dennoch Flächen für den Artenschutz zur Verfügung zu stellen. Dabei kommt es vor allem darauf an, mit Hilfe von geeignetem Saatgut Blühpflanzen für die heimischen Insekten zu schaffen. Wichtig ist, dass es sich dabei um Saatgut für Blühpflanzen aus der Region handelt. Die einfachen Mischungen aus dem Handel sind häufig nur schön anzusehen, bieten Bienen und anderen heimischen Insekten aber kaum einen Nutzen, da es sich nur um einjährige Pflanzen aus der ganzen Welt handelt.

Eine weitere Maßnahme zum Erhalt bedrohter Arten ist der Verzicht auf Kunstdünger und Herbizide. Dadurch breiten sich neben der eigentlichen Kulturfrucht auch zahlreiche Begleitkräuter aus, die zum Teil auf der Liste der gefährdeten Arten stehen. Da auch ein doppelter Reihenabstand notwendig ist, reduziert sich der Ertrag deutlich. Dennoch ist das Ergebnis dieser Maßnahmen beeindruckend. Denn die umfangreiche Ackerbegleitflora zeigt, dass sich regionale Pflanzen so wieder ihren Weg bahnen.

Um diese Ertragseinbußen zumindest teilweise zu kompensieren, nutzen einige Landwirte die Möglichkeit der Patenschaften durch Privatpersonen. So finanzieren die Paten bestimmte Flächen, die dann speziell für den Erhalt der Arten genutzt werden und helfen den Landwirten so, die konventionellen Methoden umzustellen, ohne dabei das eigene Überleben zu gefährden.

Bildurheber: pasiphae / 123RF Standard-Bild

Steht die konventionelle Landwirtschaft vor dem Aus?

Nachweislich erwirtschaften Bio-Landwirtschaftsbetriebe höhere Erträge als konventionelle Landwirtschaftsbetriebe. War es das also für die konventionelle Landwirtschaft oder gibt es noch einen anderen Weg?

Laut Plänen der Bundesregierung soll die Fläche für ökologische Landwirtschaft in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Und die Zahlen geben ihr Recht, denn tatsächlich haben ökologisch geführte Landwirtschaftsbetriebe in Sachen Verdienst die Nase vorn. Wie sich das genau in Zahlen ausdrückt, das hat für das Wirtschaftsjahr 2018/2019 das Thünen-Netzwerk festgehalten. Demnach konnten die Betriebe ein durchschnittliches Einkommen in Höhe von 37.447 Euro erwirtschaften. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr zwar einem Rückgang um 6 Prozent. Allerdings ist der Ertrag immer noch höher als der der konventionell geführten Landwirtschaftsbetriebe. Die konnten sich demnach nur über ein Einkommen von 27.453 Euro freuen. Jeweils bezogen auf den reinen Gewinn. Das macht ein Minus von satten 17 Prozent aus gegenüber des Vorjahres. Der Grund ist bei dieser Erhebung wohl hauptsächlich in dem ertragsarmen Sommer zu finden, in dem die Hitze große Teile der Ernte zerstört hat. Trotzdem geben die Zahlen zu denken, denn in den Segmenten gibt es erhebliche Gewinnunterschiede. Sehr zum Nachteil der konventionellen Betriebe.

Bleiben konventionell geführte Betriebe trotzdem krisensicher?

Da stellt sich die Frage, ob es sich für diese Betriebe lohnt, hin zur ökologischen Landwirtschaft umzustellen? Das lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn so eine Umstellung kostet ebenfalls viel Geld. Helfen würde es schon, wenn bei der nächsten Ernte das Wetter mitspielt und die Preise für Milch nicht weiter in den Keller fallen. Auch die steigenden Kosten für Futtermittel sind für viele Betriebe nur noch schwer zu schultern. Es bleibt deshalb abzuwarten, wie sich die Zahlen in den kommenden Jahren entwickeln werden. Schon jetzt steht fest, dass sich wohl nicht alle Landwirtschaftsbetriebe von der Krise erholen. Vor allem deshalb nicht, weil durch Corona schon die nächste Krise mitten in der Tür steht.

Bildurheber: gajus / 123RF Standard-Bild

Machen Lebensmittel mit einer guten Klimabilanz ein gutes Gewissen?

Seit Jahren schon fordern Umweltaktivisten die Kennzeichnung von Lebensmitteln hinsichtlilch ihrer Klimabilanz. Was das bringt, was das kostet und wann es kommen soll, dazu jetzt mehr.

Wer das Münchner Infineon-Restaurant besucht, der bekommt eine ganz besondere Speisekarte gereicht. Auf der sind nicht nur leckere Speisen und Getränke aufgelistet, sondern auch deren Klimabilanz. Was das bringt? Es zeigt dem Verbraucher, wie klimaneutral das Essen auf dem Teller ist. Wie viele Treibhausgase bei Gewinnung, Verarbeitung und Entsorgung aufgebracht werden müssen und was das für unser Klima bedeutet. Fakt ist, Veganer leben wesentlich klimafreundlicher als Fleischesser. Bei Anbau und Verarbeitung ihres Essens wird das Klima zu 80 Prozent weniger belastet als das bei der Aufzucht von Tieren der Fall ist. Das liegt vor allem an deren Ausscheidungen, aber auch an der Schlachtung selbst, dem Transport und vielen weiteren Kriterien bis das Steak endlich auf dem Teller in einem guten Restaurant angekommen ist. Und das Problem wird sich noch verschärfen, sind sich Umweltexperten sicher.

Mehr Nahrungsbedarf führt zu größerer Klimabelastung

Aufgrund der Bevölkerungsexplosion wird sich der Bedarf an Nahrungsmitteln bis zum Jahr 2025 nahezu verdoppeln. Das ist nicht nur eine Herausforderung an die Produktion und den Anbau von Lebensmitteln allgemein, es ist auch für das Klima eine ungeheure Belastung. Die bewusste Auseinandersetzung damit und die Information darüber soll helfen, den Kreislauf des Essens hin zu etwas Positivem zu wandeln. Jeder Mensch entscheidet sich schließlich jeden Tag aufs Neue, was er essen will und was eben nicht. Alternativen müssen her, dürfen her und sind jetzt schon bei einigen Verbrauchern durchaus gewünscht. Schwierig bleibt die Umsetzung, denn eine solche Kennzeichnung bei allen Lebensmitteln, die der Verbraucher täglich konsumiert ist für die Lebensmittelhersteller ein großer Kraftaufwand. Deshalb bleibt fraglich, wie und wann sich die Forderungen überhaupt umsetzen lassen. Eine gute Idee wäre das allemal und es gibt ja bereits erste Ansätze, wie es funktionieren kann.

Bildurheber: bondd / 123RF Standard-Bild