Suisse Tier: Innovationswettbewerb der Landwirtschaft

Neuheiten und Innovationen sollen auf der Suisse Tier auch in diesem Jahr prämiert werden. Dabei geht es vor allem um Entwicklungen, die den kleinen Landwirtschaftsbetrieben die tägliche Arbeit erleichtern.

Große Fachmessen mit ebenso großen Wettbewerben gibt es viele. Die Suisse Tier möchte kleinen Landwirten und Landwirtinnen die Möglichkeit geben, ihre kleinen Innovationen zu präsentieren. Denn oft sind es die kleinen Dinge, die im landwirtschaftlichen Alltag großen Nutzen bringen.

Auszeichnungen im Zwei-Jahres-Rhythmus

Alle zwei Jahre vergibt die Suisse Tier Auszeichnungen an die besten Innovationen im landwirtschaftlichen Bereich. Auch 2019 ist es wieder soweit. Noch bis zum 30. Juni haben Landwirte und Landwirtinnen mit entsprechenden Neuentwicklungen die Gelegenheit, diese einzureichen und damit am Wettbewerb teilzunehmen.

Der Wettbewerb wird in zwei große Kategorien geteilt. Es gibt einen gewerblichen Neuheitenwettbewerb und einen bäuerlichen Innovationswettbewerb. Vor allem der bäuerliche Wettbewerb gibt auch kleinen Landwirtschaftsbetrieben die Möglichkeit, ihre neuartigen Alltagshelfer zu präsentieren. Oft sind es kleine Erfindungen, die im Alltag viel Zeit einsparen oder die Arbeit erleichtern.

Die Gewinner beider Wettbewerbe werden am 22. November 2019 bei der Eröffnung der Suisse Tier ausgezeichnet.

Attraktive Preise als großer Anreiz

Für den bäuerlichen Innovationswettbewerb werden ein bis drei Gewinner ausgewählt. Diese erhalten ein Porträt mit Video in den Medien. Außerdem steht ein mit 5.000 Franken dotierter Preis zur Vergabe bereit. Davon erhalten der Erstplatzierte 3.000 Franken, der Zweite 1.500 und der Dritte Gewinner 500 Franken.

Die Jury besteht aus unabhängigen Vertretern der Landwirtschaft. Die Leitung übernimmt Präsident Matthias Schick.

Im Vergleich gelten die Bauern aus der Schweiz als erfindungsreicher als deutsche und französische Landwirte. Dies liegt vor allem daran, dass es hier besonders viele kleine Landwirtschaftsbetriebe gibt, die mit den großen Maschinen und Werkzeugen in ihrem Kleinstbetrieb wenig anfangen können. Deshalb versuchen viele von ihnen, selbst passende Hilfsmittel zu entwickeln und bauen sie auf dem eigenen Hof. Durch den Wettbewerb der Suisse Tier können solche Innovationen endlich auch ins Rampenlicht gerückt werden.

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Wahltool „Agrar-O-Mat“ soll Landwirten bei der Europawahl helfen

Da am 26. Mai die Europawahl in Deutschland ansteht, hat die Redaktion von agrarheute ein Wahl-Tool speziell für Landwirte entwickelt, dass bei der Suche nach der passenden Partei behilflich sein soll. Mit Hilfe des Agrar-O-Mat soll herausgefunden werden, welche Partei am ehesten die eigenen agrarpolitischen Positionen vertritt.

Ähnlich wie der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung stellt der Agrar-O-Mat von agrarheute ein Online-Tool dar. Die spezielle Zielgruppe sind Landwirte, mit Blick auf die bevorstehende Europawahl am 26. Mai. Das Wahltool soll Landwirten dabei helfen, die einzelnen Positionen der Parteien zu verschiedenen agrarpolitischen Themen mit den eigenen abzugleichen. So kann schnell und einfach herausgefunden werden, welche Partei am ehesten zu einem passt.

Die Redaktion von agrarheute stellt dem Teilnehmer im Agrar-O-Mat 24 Thesen zur europäischen Agrarpolitik vor. Die Thesen wurden allen Parteien in Deutschland, die derzeit mehr als einen Sitz im Europaparlament besitzen, vorgelegt und ihre jeweilige Haltung dazu abgefragt. Zu den Parteien gehören CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke. Von der AfD liegen keine Antworten vor. Die einzelnen Thesen können dann mit „Stimme zu“, Stimme nicht zu“ oder „Neutral“ bewertet werden. Außerdem ist es für die Nutzer möglich, eine These doppelt zu gewichten oder auch zu überspringen.

Nach der Bewertung einer These wird diese mit den Positionen der Parteien abgeglichen. Bei einer Übereinstimmung der Antworten werden 2 Punkte an die Partei vergeben. Weicht die Antwort leicht ab, wird der Partei 1 Punkt gutgeschrieben. Sind die Antworten unterschiedlich oder hat die Partei eine Frage nicht beantwortet, werden der Partei keine Punkte gutgeschrieben. Eine übersprungene These wird vom Agrar-O-Mat nicht bewertet. Wurde eine These doppelt gewichtet, gibt es die doppelte Punktzahl für die Partei.

Beim Ergebnis handelt es sich nicht um eine Wahlempfehlung, sondern um ein Informationsangebot für Landwirte zur Europawahl 2019.

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EU-Urteil sorgt für Diskussionsstoff: Halal ist nicht Bio

Ein EU-Urteil hat Muslime und Juden in Aufruhr versetzt. Es besagt, dass geschächtetes Fleisch kein Bio-Siegel tragen darf. Es würde nicht höchsten europäischen Anforderungen an den Tierschutz entsprechen.

Halal oder koscher, aber nicht Bio. Der Europäische Gerichtshof hat vor kurzem ein Urteil gefällt, das viele Menschen islamischen und jüdischen Glaubens verärgert hat. Ihr rituell geschlachtetes Fleisch verdient demzufolge das Bio-Siegel nicht.

Kein Bio-Siegel für geschächtetes Fleisch

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass geschächtetes Fleisch das Bio-Siegel nicht bekommen darf. Als Grund nennen die Richter die Schlachtung ohne jegliche Betäubung. Diese sei nicht vereinbar mit den hohen europäischen Anforderungen an den Tierschutz.

Sowohl Vertreter des jüdischen als auch des islamischen Glaubens wehren sich vehement gegen dieses Urteil. Sie empfinden es als einen Schlag ins Gesicht der gesamten Glaubensgemeinschaft. Sie argumentieren damit, dass eine Bio-Zertifizierung ausschließlich von der Art der Tierhaltung, der Nahrung und der Transportbedingungen abhängen dürfe.  Ihre Art der Schlachtung sei nicht schlechter als die konventionelle.

EU-Urteil kritisiert Schlachtung ohne Betäubung

Mit dem gefällten Urteil spricht sich der Europäische Gerichtshof gegen das Schlachten ohne Betäubung aus, die Tiere dadurch extrem leiden. Die rituelle Schlachtmethode schließt das Bio-Siegel somit aus.

Wer sich ein wenig genauer mit dem Thema Schlachtung auseinandersetzt, weiß, dass auch die Schlachtung unter Betäubungsmitteln nicht immer so verläuft wie vorgesehen. Oft werden Tiere nur halb betäubt oder erleben die Schlachtung sogar bei vollem Bewusstsein mit. Dies kommt vor. Generell sollte der Fleischkonsum eingeschränkt werden – egal, ob Bio oder nicht. Dieser Schritt allein wäre im Sinne der Umwelt. Es ist gar nicht notwendig, vollständig darauf zu verzichten. Aber die Menge zu reduzieren, könnte schon viel bewirken.

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Bio: Vom Nischenprodukt zur Massenware

Bio-Produkte werden immer beliebter. Das Umweltbewusstsein der Käufer wächst und lässt sie gezielt nach Bio-Produkten Ausschau halten. Während vor einiger Zeit Bio-Produkte ein echtes Nischenprodukt mit entsprechenden Kosten war, haben sie sich inzwischen zu einer Art Massenware entwickelt.

Jeder kann sich gesund ernähren. Bio-Produkte sind längst nicht mehr so teuer wie noch vor ein paar Jahren. Inzwischen haben sogar die Discounter ein entsprechendes Angebot im Sortiment, sodass wirklich jeder die umweltfreundlichen Produkte genießen kann.

Große Entwicklung innerhalb kürzester Zeit

Kaum eine andere Produktgruppe konnte in den vergangenen Jahren eine so große Entwicklung verzeichnen wie die Bio-Produkte. Waren sie noch vor kurzem echte Nischenprodukte mit entsprechend hohen Preisen, sind sie inzwischen für jedermann erschwinglich und in großer Anzahl in den Supermärkten vertreten. Die Gründe für diese rasante Entwicklung auf dem Markt liegen ganz klar auf der Hand. Kunden kaufen immer umwelt- und gesundheitsbewusster ein. Sie sind bereit, etwas mehr für spezielle Produkte auszugeben und gönnen sich diese mit gutem Gewissen.

Bio-Produkte waren noch vor einiger Zeit fast ausschließlich in Bioläden und Reformhäusern erhältlich. Doch dies hat sich inzwischen komplett verändert. Jeder Supermarkt kann ein eigenes Bio-Sortiment vorweisen. Selbst die Discounter haben das Potenzial dieser Produktgruppe erkannt und eigene Bio-Marken entwickelt, die sie nun zu recht günstigen Preisen anbieten.

Attraktive Konditionen für den Kunden

Durch die enorme Konkurrenz gestalten sich die Preise für Bio-Produkte immer kundenfreundlicher. Allerdings kann dies kaum im Sinne der Produzenten sein. Bio-Bauern sind auf entsprechende Preise angewiesen, um wirklich ökologisch anbauen zu können. Der eigentliche Sinn der Bio-Produkte lag bislang daran, bewusst auf chemische Zusätze beim Anbau zu verzichten und gesündere Nahrungsmittel zu schaffen. Kunden haben bewusst ein wenig mehr bezahlt, konnten dafür aber echte Bio-Produkte genießen. Dabei spielte auch Fairtrade eine wichtige Rolle.

Sollten die Discounter dafür sorgen, dass der Preisverfall Bio-Produkte zur Massenware werden lässt, könnten neben den ökologischen Anbaubedingungen langfristig auch die fairen Arbeitsbedingungen in Gefahr geraten.

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Schadet ökologischer Anbau dem Klima?

Eine Studie sorgt derzeit für Irritation. Ökologischer Anbau soll dem Klima schaden. Im Vergleich mit konventionellem Anbau wird schnell deutlich, dass bei der Studie nicht alle Faktoren berücksichtigt wurden.

Ökologische Landwirtschaft soll eigentlich der Umwelt zugutekommen. Doch eine wissenschaftliche Studie sagt das Gegenteil aus. Verbraucher sind verunsichert, Öko-Landwirte sind verärgert.

Irritierende Studie

Grund für die große Aufregung ist eine Studie des Fachmagazins Nature. In dieser wurde festgestellt, dass ökologischer Anbau negative Auswirkungen auf das Klima hat. Konventionelle Landwirtschaft würde dem Klima weniger schaden.

Diese Aussage allein verunsichert die Verbraucher und ruft heftige Proteste der Öko-Landwirte hervor. Doch dass sich dies ausschließlich auf die Flächennutzung bezieht, wird erst bei genauer Analyse der Studie deutlich. Dass Öko-Betriebe niedrigere Erträge erzielen als konventionelle Landwirtschaftsbetriebe, liegt klar auf der Hand. Aus diesem Grunde benötigen Öko-Betriebe deutliche mehr Anbaufläche. Dabei ist die Rede von 16 bis 33 Prozent mehr Land. Dieser größere Bedarf ginge zu Lasten der Umwelt, denn sie müssten durch Rodungen etc. geschaffen werden.

Nicht bedachte Punkte

Einige Punkte, die im Vergleich Öko vs. Konventionell betrachtet werden müssten, wurden in der genannten Studie gar nicht berücksichtigt. Hierzu zählt vor allem auch das Konsumverhalten der Verbraucher. Dieses steckt aktuell in einem großen Wandlungsprozess, denn immer mehr Menschen reduzieren bewusst den Konsum tierischer Produkte.

Wachsender Bedarf an Nahrungsmitteln

Es werden in Zukunft immer mehr Nahrungsmittel benötigt. Deshalb ist der Fokus der Studie auf die Flächennutzung gerichtet. Die Erträge müssten deutlich erhöht werden, um den wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln mit Produkten aus ökologischem Anbau decken zu können.

Die Studie des Fachmagazins Nature ist nicht die einzige, die ein solches Ergebnis hervorgebracht hat. Auch Studien der Universität Göttingen kamen 2018 zu ähnlichen Resultaten.

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Zweinutzungshühner verhindern Kükentöten

Etwa 50 Millionen männliche Küken werden Jahr für Jahr in Deutschland getötet. Um dem entgegenzuwirken, werden derzeit zwei unterschiedliche Ansätze heiß diskutiert. Mit sogenannten Zweinutzungshühnern soll das Kükentöten verhindert und gleichzeitig ein Mehrwert geschaffen werden.

Der Eierverbrauch liegt bei rund 230 Stück pro Jahr pro Kopf. Doch wer sich für die Herkunft der Eier interessiert, stößt unweigerlich auf den entsetzlichen Vorgang des Tötens von männlichen Küken. Zwei neue Methoden sollen dies zukünftig verhindern.

Frühzeitige Geschlechtsbestimmung zur Vorbeugung

Um dem Kükentöten entgegenzuwirken, werden auktuell zwei Methoden diskutiert. Eine davon ist die Geschlechtsbestimmung im befruchteten Ei. Die Methode soll seit Anfang November so weit entwickelt sein, dass sie am Markt eingeführt werden könnte. So ließe sich das Geschlecht lange vor dem Schlüpfen erkennen. Dadurch könne dann gezielt entgegengewirkt werden.

Die Methode zur Bestimmung des Geschlechts noch im Ei war in Zusammenarbeit von Selggt und Rewe Group entwickelt worden.

Allerdings betrachtet Demeter dies als vorgezogenes Kükentöten und distanziert sich deutlich von dieser Methode.

Demeter setzt auf Zweinutzungshühner

Auch Demeter bietet eine Lösung gegen das Kükentöten an. Diese ist zwar kostenintensiver, könnte aber schon bald vermehrt praktiziert werden. Dabei geht es um das sogenannte Zweinutzungshuhn. Dabei handelt es sich um Hühner, die sowohl zum Eierlegen als auch zur Fleischgewinnung dienen.

Zweinutzungshühner stellen die Produktionsbetriebe vor große Herausforderungen. Die Umstellung bringt hohe Kosten und eine enorme Zeitintensität mit sich, da die Zweinutzungshühner deutlich weniger Eier legen und länger brauchen, um genug Fleisch anzusetzen. Dadurch steigen die Unterhaltskosten, und auch die Fleischqualität verändert sich.

Verbraucher fragen bereits gezielt nach Eiern von Zweinutzungshühnern, haben aber bislang kaum Interesse an deren Fleisch. Hier muss ein generelles Umdenken erfolgen, um dem Kükentöten endgültig entgegenzuwirken.

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Wie ein Startup Kleinbauern ohne Internet hilft

Wer eine Frage hat, informiert sich in den meisten Fällen im Internet. Doch was tun diejenigen, denen dieser Luxus nicht zur Verfügung steht? Das Startup Wefarm hat sich diesem Problem gewidmet und eine interessante Lösung geschaffen.

Soziale Netzwerke, Google und das gesamte World Wide Web halten eine Fülle an nützlichen Informationen für ihre Nutzer bereit. Davon profitieren auch viele Landwirtschaftsbetriebe in den hochentwickelten Industrienationen. In anderen Regionen der Erde müssen die Bauern noch ohne diese Hilfe auskommen. Doch mit Hilfe von Wefarm werden auch sie Teil eines hilfreichen Netzwerkes.

Die Grundidee – ein Netzwerk ohne Internet

Die Gründer des Startups Wefarm wollen Bauern auf der ganzen Welt wertvolles Wissen zugänglich machen. Aus diesem Grunde entwickelten sie ein Netzwerk, das ohne Internet funktioniert. In den ärmeren Regionen der Erde ist Internet ein Luxus, den sich die Bauern nur selten leisten können. Dadurch entgeht ihnen eine wertvolle Wissensquelle, durch die sie ihre Ernteerträge deutlich steigern könnten. Sie können ausschließlich auf traditionelles Wissen zurückgreifen. Doch nicht immer bringt dieses die Lösung für ein Problem.

Schnelle Hilfe per SMS

Dank Wefarm haben die Bauern nun die Möglichkeit, mit Hilfe eines alten Handys per SMS Informationen zu ihren Problemen anzufordern. Sie senden eine SMS mit ihrer Frage und erhalten von anderen Bauern des Netzwerkes schnell eine Antwort. Dadurch profitieren sie gegenseitig von ihrem Wissen und werden zu einem Teil einer stetig wachsenden Gemeinschaft.

Dieser Service ist für die Bauern kostenlos.

Großes Projekt zur Unterstützung nachhaltiger Landwirtschaft

Das Startup Wefarm verfolgt mit seinem Netzwerk ein großes Ziel. Es will die nachhaltige Landwirtschaft fördern und damit seinen Teil dazu beitragen, dass auch die Kleinbauern der ärmsten Regionen der Erde ein stabiles Einkommen erzielen können.

Aktuell beteiligen sich rund 1,2 Millionen Kleinbauern an diesem Netzwerk und unterstützen sich gegenseitig. In Uganda und Kenia erfährt Wefarm eine durchweg positive Resonanz. Zukünftig soll der Dienst noch viele andere Regionen der Erde abdecken, sodass der Kleinbauer aus Peru vom Wissen seiner Kollegen in Afrika profitieren kann.

Wefarm hat mit seiner Idee bereits zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, was das Potenzial dieses Startups auf eindrucksvolle Weise unterstreicht.

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Bio senkt nachweislich das Krebsrisiko

Was die Verfechter von Bio-Produkten längst ahnten, scheint sich nun tatsächlich zu bestätigen. Bio-Produkte sollen das Krebsrisiko senken. Französische Wissenschaftler belegten diese Erkenntnis mit Hilfe einer umfangreichen Studie.

Einer Studie zufolge wirken sich Bio-Produkte äußerst positiv auf den menschlichen Organismus aus. Französische Forscher fanden einige sehr interessante Zusammenhänge zwischen einer hauptsächlich auf Bio-Produkten basierenden Ernährung und dem Krebsrisiko heraus.

Erfolgreiche Studie mit rund 69.000 Probanden

Französische Wissenschaftler haben im Rahmen einer groß angelegten Studie erstaunliche Ergebnisse erzielt. Sie untersuchten rund 69.000 Probanden über einen Zeitraum von etwa 4,5 Jahren. Dabei stand die Ernährung mit Bio-Produkten im Mittelpunkt. Die Forscher wollten belegen, dass Bio-Produkte das Krebsrisiko deutlich senken können.

Eindeutige Ergebnisse

Ökologisch angebaute Lebensmittel sind frei von Pestizid-Rückständen oder zumindest nahezu frei davon. Deshalb sind Fans der Bio-Produkte schon seit langem davon überzeugt, dass sich diese Tatsache sehr positiv auf die Gesundheit auswirkt. Was die Forscher nun belegen konnten, dürfte noch mehr Menschen zu Bio-Fans machen. Die Studie vom Forschungsinstitut INSERM hat nun sehr eindeutige Ergebnisse hervorgebracht, die den Beliebtheitsgrad der Bio-Produkte weiter steigern könnten.
Probanden, die sich vorwiegend von Bio-Produkten ernährten, erkrankten seltener an Krebs. Unter den Probanden waren rund drei Viertel Frauen im Alter von über 40 Jahren. Grundlage für die Berechnung der Ergebnisse war der Bio-Food-Score, den die Wissenschaftler für jeden Probanden anhand seines Bio-Konsums errechneten. Je höher der Wert, desto mehr Bio-Produkte verzehrte der Proband.

Rund 25 Prozent weniger Krebserkrankungen

Die Teilnehmer, die sich mit Bio-Produkten ernährten, erkrankten später durchschnittlich 25 Prozent seltener an Krebs als andere Probanden. Besonders hervorzuheben ist dabei der positive Einfluss der Bio-Kost auf das Risiko, an einem bestimmten Brustkrebs zu erkranken. Dieses konnte sehr deutlich gesenkt werden.
Obwohl die Ergebnisse Grund zur Euphorie liefern, sollten diese vorsichtig betrachtet werden. Da die Studie auf Aussagen der Teilnehmer bezüglich ihrer Ernährung basiert, sollten die Werte eher als positiver Trend in die richtige Richtung betrachtet werden.

Grundsätzlich heißt es aber, dass die Ernährung mit Bio-Produkten eine gute vorbeugende Maßnahme gegen Krebserkrankungen sein kann.

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Was kosten Lebensmittel wirklich?

Der ökologische Landbau als annähernde Lösung

Eine Studie deckt auf, was viele Verbraucher wundert: Trotz steigender Lebensmittelpreise ist das Essen aus dem Supermarktregel immer noch viel zu billig. Die tatsächlichen Kosten trägt die Allgemeinheit und die sind höher als erwartet.

Die Schweinsfurth-Stiftung hat gemeinsam mit Tollwood eine Studie zum Thema ökologische Landwirtschaft veröffentlicht die aufdeckt, wie teuer unsere Lebensmittel eigentlich wirklich sein müssten, um kostendeckend produziert werden zu können. Unter dem Titel „How much is the dish? – Was kosten unsere Lebensmittel wirklich?“ haben sich Studenten an die Frage gewagt, wie viele Unkosten es tatsächlich verursacht, biologisch und vor allem nachhaltig zu produzieren und diese Lebensmittel in den Handel zu bringen? Dabei haben sich die Studenten auf drei Hauptfaktoren beschränkt, die häufig in der Rechnung unbeachtet bleiben: Energieerzeugung, Treibhausgase und Stickstoffdünger. Die Liste an Kostenfaktoren ließe sich an dieser Stelle noch beliebig erweitern, das hätte allerdings den Rahmen der Forschungsarbeit gesprengt.

Die negative Kostenspirale rotiert

Die Ergebnisse sind niederschmetternd und regen zum Nachdenken an. So verursacht konventionell betriebene Landwirtschaft die höchsten Kosten. Für ein Kilo Fleisch müssten Verbraucher eigentlich rund 80 Prozent mehr auf dem Tisch legen, als sie es tun. Auch Milch müsste doppelt so teuer sein. Nur bei Obst und Gemüse sieht die Lage etwas besser aus. Hier würde ein Aufpreis von 8 Prozent realistisch sein, um wirklich alle versteckten Kosten decken zu können. Unterm Strich bedeutet dieses Ergebnis auch, ökologische Landwirtschaft ist deutlich billiger als bislang angenommen und bildet eine starke Konkurrenz zur herkömmlichen Landwirtschaft. Es lohnt sich also für Betriebe, ihre Produktion entsprechend umzustellen. Fleisch und Milchwaren bleiben ein Problemfeld, dem sich bislang niemand annehmen will. Ganz im Gegenteil. Diese Produkte scheinen entgegen aller Logik immer günstiger in den Regalen zu werden. Der Grund ist der, dass viele versteckte Kosten auf die Allgemeinheit verteilt sind und es so kaum auffällt, wie ineffizient die Produktion eigentlich ist. Es bleibt abzuwarten, bis sich dieser Umstand ändert und Verbraucher wirklich das zahlen, was sie bekommen.

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Der erste Bio-Staat der Welt

Über Umweltschutz wird hierzulande viel diskutiert. Doch wer seinen Blick nach Indien richtet, wird begeistert sein, wie der Umweltschutz dort in einer ganz speziellen Region gelebt wird. Der erste Bio-Staat zeigt, dass eine vollkommen ökologische Landwirtschaft tatsächlich möglich ist.

Landwirtschaft ohne chemische Dünger und Pestizide – das wird bereits im Nordosten Indiens praktiziert und trägt Früchte. Der erste Bio-Staat der Welt lenkt die Blicke der großen Nationen auf sich. Ob diese Art des Anbaus auch für Deutschland eine Alternative sein könnte?

Sikkim – eine Region in Nordostindien als Vorreiter für die ganze Welt

Wie ist es gelungen, in Sikkim absolut ökologische Landwirtschaft zu betreiben? Am Anfang stand ein Beschluss, der besagte, dass in der gesamten Region Sikkim mit mehr Rücksicht auf Natur und Umwelt gewirtschaftet werden soll. Es war geplant, dass in Sikkim ausschließlich Öko-Landwirtschaft betrieben werden sollte. Inzwischen ist dies seit 2016 auch der Fall. In ganz Sikkim verzichten die Bauern auf Kunstdünger und Pestizide. Sie arbeiten nur noch mit organischen Düngemitteln und pflanzlichen Insektenschutzmitteln. Auf Gentechnik wird ebenfalls vollkommen verzichtet. Alle 66.000 ansässigen Bauern arbeiten nach den geltenden Regeln, die den Einsatz der chemischen Mittel verbieten.

Strafen bei Nichtachtung

Die Umstellung in Sikkim erfolgte schrittweise. Natürlich gab es auch bei diesem Projekt Startschwierigkeiten, die sowohl auf Seiten der Landwirte als auch auf Seiten der Kunden auftraten.

Nachdem seit 2016 völlig auf künstliche Düngemittel verzichtet wird, kam es anfangs zu schlechten Ernten, weil den Böden wichtige Nährstoffe fehlten. Der Einsatz der künstlichen Dünger kam trotzdem nicht in Frage, da er empfindliche Geldbußen nach sich zog und immer noch zieht. Als sich die Böden jedoch wieder erholt hatten, stiegen auch die Erträge wieder an.

Problem Kundschaft

Viele Experten raten zu einem grundsätzlichen Umdenken auf beiden Seiten. Rein ökologische Landwirtschaft hat nur dann eine Chance, wenn auch die Kunden bereit sind, ihren Anteil zum Gelingen beizutragen. Sie müssen bereit sein, für ökologisch angebaute Produkte etwas mehr zu bezahlen. Außerdem sehen diese oft nicht ganz so perfekt aus, wie die künstlich gezüchteten Produkte. Manchmal sind sie kleiner, begeistern aber durch einen intensiven Geschmack.

Wahrscheinlich ist es ein Lernprozess, dem sich die Verbraucher stellen müssen, um der ökologischen Landwirtschaft langfristig zum Erfolg zu verhelfen.

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